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Silke Gorißen (CDU) möchte Landrätin im Kreis Kleve werden

Kommunalwahl : Silke Gorißen will neuen Stil im Kreishaus

Sie hat ihre Unterstützer, zu denen allerdings nicht der Amtsinhaber gehört. Die 47-jährige Rechtsanwältin und stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende aus Bedburg-Hau möchte im kommenden Jahr Landrätin werden.

Sie wäre die erste Landrätin im Kreis Kleve. Aber darüber, dass sie eine Frau ist und als solche das höchste Amt in der Kreisverwaltung anstrebt, verliert Silke Gorißen (CDU) nicht viele Worte. Ähnlich wie ihr Mitbewerber Dominik Feyen aus der eigenen Partei und der parteilose Peter Drießen, der Kandidat der Opposition, ist sie überzeugt davon, das für sie passende Ziel vor Augen zu haben. Silke Gorißen, gerade noch 47 Jahre alt, Juristin und langjährige CDU-Chefin in Bedburg-Hau, ist sicher, die Richtige für den Chefsessel im Kreishaus zu sein. Davon will sie in den kommenden Monaten möglichst viele Menschen überzeugen.

„Mich hatten Parteifreunde angesprochen, bevor sich Spreen über seine Zukunft geäußert hatte“, erklärt Gorißen im RP-Gespräch. So lange nicht klar war, dass er aufhören wollte, habe sie sich jedoch zurückgehalten. „Ein Antritt gegen den Amtsinhaber wäre keine Option gewesen.“ Auch habe sie sich Gedanken darüber gemacht, als Bürgermeisterin in Bedburg-Hau zu kandidieren. „Nach so vielen Jahren Partei- und Fraktionsvorsitz war das nur logisch.“ Aber die Idee, Landrätin zu werden, fand sie überzeugender – mehr Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen, mehr Verantwortung. „Ich will gestalten, das liegt einfach in meiner Natur.“

Im Kreisvorstand der Christdemokraten ist sie seit langem aktiv, war Kreisvorsitzende der Frauen-Union, hatte auch ein Kreistagsmandat. „Die Themen des Kreises sind mir nicht fern. Ich möchte den Mittelstand als Rückgrat unserer Wirtschaft fördern, Investoren für Zukunft weisende Projekte finden, unsere Region nach außen vertreten.“ Mit der Politik will sie gut und in offener Atmosphäre zusammenarbeiten. Nicht zuletzt müsse am Image des Kreises gefeilt werden, denn das werde seinen tatsächlichen Stärken nicht gerecht. „Wir müssen etwas daran ändern, dass Lehrer, Juristen, Ärzte nicht hierher wollen, obwohl die meisten,  wenn sie es erst einmal versuchen, sich am Niederrhein nach kurzer Zeit sehr wohl fühlen.“

Die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen und Männer wäre ihr wichtig. Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten hat Gorißen einen fünfjährigen Sohn. „Es war anfangs richtig hart, die Mutterrolle mit der Selbständigkeit und der Parteiarbeit zu verbinden“, sagt sie. Auch wenn sie selbst die Kinderbetreuung durch reguläre Kita-Zeiten und die Familie abdecken konnte, wirbt sie für gute Betreuungsangebote, die auch Schichtdienstlern gerecht werden, indem zum Beispiel Tagesrandzeiten abgedeckt werden. Denn klar müsse immer sein „Die Kinder dürfen nie hinten runter fallen.“

Silke Gorißen stammt aus einer Klever Kaufmannsfamilie mit sechs Kindern. Sie studierte in Bonn Rechtswissenschaften, ist inzwischen seit 20 Jahren Rechtsanwältin. Durch ihre Arbeit und ihr politisches Engagement hat sie im Laufe der Jahre einigen Einblick in die kommunalen Strukturen nehmen können. Ein weiteres wichtiges Thema: „Mir ist als Mitglied einer christlichen Partei auch die Bewahrung der Schöpfung besonders wichtig“, sagt die 47-Jährige, die als Chefin der Kreisverwaltung den Kreis Kleve als Vorbild sehen wollte: „Wir müssen unseren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Mein Ziel ist der ,klimaneutrale Kreis Kleve’. Dazu gehört, öffentliche Gebäude energetisch zu sanieren und vernünftig in erneuerbare Energien zu investieren. Fraglos brauchen wir auch einen besseren öffentlichen Personennahverkehr.“

In der nächsten Zeit wird sich Silke Gorißen bei den Ortsverbänden ihrer Partei vorstellen, wie es auch Mitbewerber Dominik Feyen angekündigt hat. So wird der direkte Vergleich möglich.