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Kleve: Sie kämpft um Auszubildende

Kleve : Sie kämpft um Auszubildende

Der Gartenbauverband Rheinland hat die Unternehmerin Marlies Poorten aus Materborn wegen ihrer Verdienste um die Nachwuchswerbung ausgezeichnet. Lehre ist ein Sprungbrett. Fitness und Interesse an Natur sind wichtig.

Mit Strohhut, grüner Latzhose und Holzschuhe klappern die Gärtner durch das Gewächshaus an ihren Pflanzen vorbei. Diese falsche Vorstellung vom Beruf schwirre immer noch durch Köpfe von Jugendlichen, sagt Marlies Poorten.

Die engagierte Unternehmerin kämpft gegen dieses Vorurteil — und wirbt um den Nachwuchs in ihrer Branche. Dafür ist die 51-jährige Unternehmerin aus Materborn vom Landesverband Gartenbau Rheinland mit der Ehrenmedaille für "hervorragende Leistungen in der gärtnerischen Ausbildung" geehrt worden.

Marlies Poorten hat als Vorstandsmitglied des Gartenbau Kreisverbandes Kleve-Nord mit der Landwirtschaftskammer, der Arbeitsagentur und dem Berufskolleg Kleve großen Anteil daran, dass ein runder Tisch zur Nachwuchswerbung in den grünen Berufen Initiativen ergriffen hat, um Lehrlinge zu gewinnen. "Wir haben die Berufschancen interessierten Schülern vorgestellt und dazu einen Workshop in unserem Betrieb durchgeführt", so die Firmenchefin.

Sie ist Inhaberin des Gartenbaubetriebs Derksen an der Braustraße in Materborn. Marlies Poorten als stellvertretende Vorsitzende des Gartenbau Kreisverbandes Kleve-Nord sei eine treibende Kraft, um die Fachkräfte von morgen zu bekommen, würdigt Heinrich Hiep den Einsatz. Der Präsident des Gartenbauverbandes Rheinland betont, dass die Unternehmerin regelmäßig Praktika anbiete sowie Schüler und Lehrer zur Berufsinformation in den Betrieb einlade.

Es sei schwierig, gute Auszubildende zu finden. Die meisten Jugendlichen wollten einen Bürojob, bedauert Marlies Poorten. "Interesse an der Natur ist Voraussetzung für unseren Beruf", sagt die Unternehmerin.

Motivation, Teamfähigkeit und Kenntnisse in Mathematik, um den Einsatz von Düngemengen oder den Platzbedarf von Pflanzen zu berechnen, seien Voraussetzungen für die Lehre. Der Gärtnerberuf sei ein Sprungbrett. Denn Meister- oder Technikerschule und Studium böten gute Chancen im grünen Beruf.

Marlies Poorten darf keine Lehrlinge ausbilden, weil sie keine Meisterprüfung hat. Diese Aufgabe übernimmt sie mit Gärtnermeister und dem Ausbilder Johannes Thissen. Seit 1997 haben 19 Lehrlinge bei Derksen das Gärtner-Handwerk erlernt.

Im Jahr 1997 hat sie als Inhaberin die Nachfolge von ihrem Vater Franz Derksen angetreten. Beim Ausscheiden des Firmengründers aus dem Unternehmen hat ihr Bruder Heinz Derksen den zweiten Betrieb in Reichswalde übernommen.

Marlies Poorten ist eine Seiteneinsteigerin. Sie ist gelernte Floristin, hat ihre Kinder betreut und gleichzeitig im elterlichen Betrieb gearbeitet. "Die Produktion macht mir mehr Spaß als der Verkauf", freut sich die Unternehmerin, morgens bei der Arbeit im Meer der Zierpflanzen zu stehen.

(RP)