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Kommentar: Sickelmann bedankte sich

Kommentar : Sickelmann bedankte sich

Die Landratskandidatin der Bündnisgrünen, Ute Sickelmann, bedankte sich gestern Abend zunächst bei den Grün-Wählern dafür, "dass wir im Kreisgebiet leicht zugelegt haben". In der nächsten Legislaturperiode gelte es zu zeigen, "dass Grün Arbeit schafft und wir den Menschen in den Mittelpunkt stellen".

Sie selbst war leicht enttäuscht: "Ich hätte gerne zwei Prozentpunkte mehr geholt". Dann zeigte sie sich als faire Verliererin: "Ich gratuliere Wolfgang Spreen zur Wiederwahl. Er ist der Wahlsieger des Abends".

Der Sieger des Abends stand eigentlich schon vorher fest: Landrat Wolfgang Spreen (CDU) bleibt auch in den nächsten sechs Jahren Chef im Kreishaus. Dabei deklassierte er mit 57,2 Prozent der Stimmen die Konkurrenten — und lag etwa fünf Prozentpunkte vor seiner Partei, die aber erneut die absolute Mehrheit im Kreistag schaffte. "Das Ergebnis spiegelt die erfolgreiche Arbeit der Vergangenheit wider", brachte es der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft des Kreises Kleve, Hans-Josef Kuypers, gestern Abend im Kreishaus auf den Punkt.

Der Kreis bleibt schwarz, die übrigen Parteien stagnieren eher auf niedrigem Niveau. Nur ist noch ein Gegner demnächst mehr im Ring: Die Linke holte 3,47 Prozent auf Kreisgebiet und fand vor allem in den Stellungnahmen der Sozialdemokraten mehrfach Erwähnung. Kein Wunder, darf die SPD doch davon ausgehen (und das tut sie auch), dass sie Stimmen an diesen Gegner verloren hat.

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Wie alle anderen Demokraten auch beklagte die SPD besonders eindringlich, dass nur etwas mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten, nämlich knapp 53 Prozent, von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht hatte — ein Negativtrend, der sich weiter fortgesetzt hat (bei 56,09 Prozent Wahlbeteiligung vor fünf Jahren) und der offensichtlich kaum zu stoppen ist.

Bliebe abzuwarten, in welcher Atmosphäre im Kreistag Landrat Spreen demnächst seine Arbeit fortsetzen kann: Aus der ersten Blitzanalyse des SPD-Kreistagsfraktionschef Roland Katzy spricht eine Abkehr von der bisher mehrfach geübten überparteilichen Zusammenarbeit in großen Sachthemen mit der CDU. Wie sonst ist seine Forderung nach "mehr Profil" zu erklären? Und ob Katzy selbst, der für diese Zusammenarbeit steht, einen möglichen neuen Weg einschlägt, ist noch offener, denn sein Lob für Bodo Wißen könnte schon seinem Nachfolger gegolten haben.

Profalla jubelt über Ergebnis

Zwischen zwei Fernseh-Live-Interviews fand CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla, der gestern auch für drei Landtagswahlen verantwortlich zeichnete, am Abend Zeit zum Jubeln über das Ergebnis im Kreis: "Ein tolles Resultat für die hervorragende Arbeit von Wolfgang Spreen und die CDU, die im Kreis treibende Kraft bleibt". Dafür dankte er den Wählern: "Für mich ist das eine Super-Vorlage, um bei der Bundestagswahl am 27. September mein Wahlziel von 50 Prozent plus X zu schaffen", freute sich Pofalla.

kreis kleve (lud) Mit schmerzverzerrtem Gesicht verfolgte FDP-Landratskandidat Dietmar Gorißen gestern Abend bei der Wahl-Party im Maywaldsaal des Kreishauses, wie der Bürger entschieden hatte. Der Schmerz rührte aber nicht vom Votum, sondern von einem Schlüsselbeinbruch, den sich der Klever bei einem Sturz vom Fahrrad am Vormittag zugezogen hatte. Über sein Resultat zeigte sich der Liberale hocherfreut: "Aber das war meine letzte Landratskandidatur, in sechs Jahren werden die Karten neu gemischt".

(RP)