Kreis Kleve: Sicherer im Zug unterwegs

Kreis Kleve : Sicherer im Zug unterwegs

Verkehrswacht und Bundespolizei luden Senioren ein, mal mit der Nordwestbahn "Probe zu fahren". Erläutert wurden Service-Themen wie Fahrkartenautomat oder Zugtoilette, aber es gab auch Tipps gegen Trickbetrüger.

Irgendwann fühlen sich viele ältere Menschen hinter dem Steuer nicht mehr sicher und lassen das Auto lieber stehen. Wenn sie dann kein Zutrauen zur Bahn habe, kann es sein, dass sie ihre Mobilität gänzlich verlieren. Das muss so nicht sein, findet Max Puttkammer, der Seniorenbeauftragte der Verkehrswacht.

Der bekennende Bahnfan findet es ärgerlich, wenn Senioren das Zugfahren meiden, weil sie den Umgang mit dem Fahrkartenautomaten scheuen oder vielleicht Angst vor Dieben haben. Deshalb haben Verkehrswacht, Bundespolizei und Nord-West-Bahn gestern eine Gruppe Älterer eingeladen, gemeinsam von Kleve nach Kempen und zurück zu fahren. Am Bahnhof Kleve und auf der Strecke erfuhren sie viel Wissenswertes, begleitet von der Rheinischen Post.

Fahrten im Winter

Inge und Erich Breuer aus Kleve fahren im Winter, wenn es auf den Straßen rutschig wird, gerne Bahn. Eine klare Sache für sie ist auch, den Winterurlaub auf der Schiene zu beginnen. Alle vier Wochen, gleichgültig, in welcher Jahreszeit, nutzt Ernst Nitschke die Bahn. Seine verstorbene Ehefrau hat ihre letzte Ruhestätte in Köln gefunden. Mit dem Zug ist er von Emmerich aus in anderthalb Stunden dort.

Christa Kamaric ist die Pressesprecherin der Inspektion Kleve bei der Bundespolizei. Von ihrem Kollegen Gerd Lohmann, dem Präventionsbeamten der Klever Bahnpolizei, weiß sie, dass ältere Menschen fürchten, Opfer von Kriminalität am Bahnhof oder im Zug zu werden.

Deshalb gab's gestern vom Experten Tipps, wie die Handtasche zu sichern ist (am besten unter dem Mantel oder einen Brustbeutel nutzen) und Warnungen vor Trickdieben.

"Häufiger kommt es zum Beispiel vor, dass jemand von außen an die Scheibe klopft, das Opfer zur Seite blickt und ein zweiter Betrüger ihm die Geldbörse entwendet", berichtet Christa Kamaric. "Grundsätzlich stehen die schwächeren Verkehrsteilnehmer im Fokus unserer Aufmerksamkeit. Es ist dabei ganz wichtig, auch das Selbstvertrauen der älteren Reisenden zu stärken", so Kamaric. Katrin Hofmann, Sprecherin der Nordwestbahn (NWB), die den Niersexpress betreibt, kennt die Bedenken der Senioren. Da der Vertrieb (und damit auch die Fahrkartenautomaten) nach wie vor bei der Deutschen Bahn angesiedelt ist, stimmt sie den Fahrgästen gerne darin zu, dass es besser wäre, wenn es an jedem Bahnhof Schalterpersonal statt nur Automaten gebe.

"Zuständig" ist sie immerhin für Nothammer, Gegensprechanlage und Feuerlöscher, die es in jedem Zug der NWB gibt. Gerne stellt sie auch die Einstiegshilfen vor, die es Gehbehinderten ermöglichen, ins Zugabteil zu gelangen. Und wer als Rollstuhlfahrer Hilfe benötigt, kann vorab Hilfe anfordern.

Bis Kempen

Moderne Senioren reisen gern — auch mit dem Flugzeug. Von Kleve, Goch oder Geldern mit dem Zug nach Weeze und dort umsteigen in den Shuttle-Bus zum Airport ist keine komplizierte Sache. In Kempen unterhielt sich die Gruppe noch bei einer Tasse Kaffee und fuhr dann, um einige Erkenntnisse reicher, in die Heimat zurück.

(RP/jul)
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