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Kleve: SEPA: Vermieter sollten jetzt umstellen

Kleve : SEPA: Vermieter sollten jetzt umstellen

SEPA in der Praxis: Eine Serie der Rheinischen Post und der Volksbank Kleverland. Während Mieter sich beim neuen Zahlungsverkehr nur eine Nummer merken müssen, sollten Vermieter den Umstellungsaufwand nicht unterschätzen.

Der neue Zahlungsverkehrsstandard SEPA, der ab dem 1. Februar in ganz Europa verbindlich eingeführt wird, bringt für Immobilienverwalter einen erheblichen Mehraufwand mit sich. Wir beantworten die wichtigsten Fragen, die sich Vermietern bei dem neuen Zahlungsverkehrssystem stellen.

Was ändert sich für Vermieter und Verwalter von Immobilien?

Das Problem: Das deutsche Lastschriftverfahren wird im Zuge der SEPA-Einführung abgeschafft. Auf Immobilienverwalter wartet ein erheblicher Umstellungsaufwand. Eine Vielzahl ihrer Geschäftsvorfälle werden heute über das deutsche Lastschriftverfahren abgewickelt — zum Beispiel das bargeldlose Einziehen von Mieten, die Bezahlung von Hausmeistertätigkeiten und Handwerkerleistungen, aber auch die Abrechnungen mit Stadtwerken für Strom oder Müllgebühren. Nicht zu vergessen die Verrechnung von Einnahmen und Ausgaben mit den Eigentümern.

Was müssen Vermieter ändern? "Um eine reibungslose Umstellung zu gewährleisten, sollten Immobilienverwalter ihr Augenmerk auf die neue SEPA-Lastschrift legen. Damit können Euro-Rechnungsbeträge auf Basis einheitlicher Standards eingezogen werden. Neu im Vergleich zu nationalen Systemen ist, dass der Zahlungsempfänger eine EU-weit eindeutige Kennung benötigt, die so genannte Gläubiger-Identifikation. Diese kann über die Website der Bundesbank beantragt werden", sagt Andreas Bongers, Abteilungsleiter Rechnungswesen bei der Volksbank Kleverland. Außerdem seien neue Informationspflichten und -fristen zu beachten. "Rechtzeitig vor dem Einzug einer fälligen Forderung mittels SEPA-Lastschrift muss der Zahlungsempfänger dem Zahlungspflichtigen eine Vorabanzeige zukommen lassen. Diese muss den Zeitpunkt der Belastung des Kontos und die Höhe des Betrags enthalten", erklärt Bongers. Das müsse rechtzeitig, nämlich 14 Tage vor Einzug geschehen. Die Vorabinformation, so der SEPA-Experte, muss folgendes beinhalten: den Zeitpunkt der Belastung, den Betrag, die Mandatsreferenz und die Gläubiger-ID.

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RP-Archivfoto: thh
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Was ändert sich bei den Einzugsermächtigungen?

Wichtig für Immobilienverwalter: Bestehende Einzugsermächtigungen, die nur online oder telefonisch erteilt wurden, können nicht weiterverwendet werden. "Hier ist es unumgänglich, neue SEPA-Lastschriftmandate einzuholen", sagt Bongers. Ausnahme: Hat der Zahlungspflichtige zu einem früheren Zeitpunkt eine schriftliche Einzugsermächtigung erteilt, kann dies in ein SEPA-Basis-Lastschriftmandat umgewandelt werden. Diese Regelung ist auch bei der Überprüfung bestehender Vertragsmuster zu berücksichtigen: Bestehende Mietverträge, die eine schriftliche Einzugsermächtigung beinhalten, müssen dagegen nicht angepasst werden. "Bei der Neuvermietung ab 1. Februar 2014 müssen Mustermietverträge das SEPA-Verfahren dann berücksichtigen und entsprechend überarbeitet werden", so Bongers.

Wie registrieren sich Gläubiger für die Einzugsmechanismen?

Neu im Vergleich zu nationalen Systemen ist, dass der Zahlungsempfänger eine EU-weit eindeutige Kennung, die Gläubiger-Identifikationsnummer (Creditor Identifier, CI), benötigt. Mit dieser ID kann sich ein Lastschrift-Einreicher unabhängig von seiner Bankverbindung ausweisen. Die Identifikationsnummer lässt eindeutige Rückschlüsse auf den Gläubiger zu. Die Gläubiger-ID kann über die Website der Deutschen Bundesbank beantragt werden: www.glaeubiger-id.bundesbank.de.

(RP/ac)