"Unsere Seelsorger" Pfarrer Hermann Hooymann: Sein Herz war voller Freude

"Unsere Seelsorger" Pfarrer Hermann Hooymann : Sein Herz war voller Freude

23 Jahre war Hermann Hooymann Pfarrer an der Liebfrauenkirche. Auch sein ausgeprägter Humor machte in so beliebt.

Aus verschiedenen Blickwinkeln schauen drei Pfarrangehörige der ehemaligen Liebfrauenkirche in Goch auf ihren Pfarrer Hermann Hooymann zurück, der am 16. Juni 1906 in Marienbaum geboren wurde und am 17. Dezember 1932 in Münster zum Priester geweiht wurde. Nach Kaplanstellen in Münster, Kevelaer und Duisburg-Hamborn, unterbrochen von 1940 bis 1945 durch Militärdienst und Kriegsgefangenschaft, war er von 1954 bis 1977 Pfarrer an der Gocher Liebfrauenkirche.

Seit 1960 war er Definitor im Dekanat Goch. "Er war ein guter Seelsorger", sagt Laura Aldenhoven, die ihn durch den Kirchenchor, durch die Elisabethkonferenz und durch Haus- und Krankenbesuche sehr schätzte. "Als Priester ging er überall froh und bestimmt seinen Weg und stellte sich bereitwillig allen Aufgaben, die ihm zufielen", blickt sie zurück. Wunderbare Anekdoten weiß Laura Aldenhoven zu erzählen, vor allem, dass der Pastor gewaltigen Respekt vor seiner Schwester Agnes hatte, die ihm den Haushalt führte.

1958: Pastor Hooymann bei einem Chorausflug der Männer. Foto: NN

Kirchenvorstandsmitglied Willi Coenen schätzte den Geistlichen als Kollegen an der Liebfrauen-Volksschule, wo der Pfarrer regelmäßig Religionsunterricht erteilte. "Pastor Hooymann hatte guten Kontakt zum Lehrerkollegium und machte gerne beim monatlichen Kegeln mit", sagt Willi Coenen, der ihn als einen frommen Menschen charakterisiert, der um die würdige Gestaltung der Gottesdienste, namentlich der Maiandachten, besorgt war. Wilhelm Joosten hat sogar ein kleines Archiv mit Bildern und Berichten über den ehemaligen Hirten der Liebfrauen-Gemeinde angelegt.

So zeigen ihn Fotos bei der Amtseinführung und Messfeier im November 1954 mit Kaplan Peter Thewes, Dechant Richard Schulte Staade und Bürgermeister Dr. Kaut. "Ich war dabei, als er an der Loerangel mit geschmückten Fahrrädern abgeholt wurde", blickt Wilhelm Joosten zurück. Er hat den Pastor beim Karneval, beim Chorausflug und mit den Bezirkshelferinnen von Liebfrauen dokumentiert. Unter der Regie von Hermann Hooymann wurden erstmals der Innenraum der Liebfrauenkirche neu gestaltet, der Liebfrauen-Kindergarten gebaut und eingeweiht, eine Altenstube eingerichtet und drei Glocken angeschafft.

Im September 1959 hievten Pfarrer und Kaplan Bernhard van Nahmen eine neue Glocke in den Glockenstuhl. Wilhelm Joosten bewahrt eine Rarität: In seinen Gedichten von "Frau Jansen und Herr Peters" bittet Pfarrer Hooymann um Spenden für die Liebfrauenkirche, festgehalten in einer Festschrift zum 25-jährigen Bestehen der Pfarrgemeinde Liebfrauen Goch (1933-1958). Am 24. Dezember 1983 starb der geschätzte Seelsorger nach schwerer Krankheit und fand auf dem Gocher Friedhof seine letzte Ruhe.

Auf seinem Totenzettel ist zu lesen: "Seine niederrheinische Herkunft hat er nie verleugnet, und er geizte im Umgang mit Menschen nicht mit seiner niederrheinischen Mundart, gepaart mit gesundem Humor, wodurch er in vielen Fällen sofort eine Atmosphäre des Vertrauens schuf. Diese Art des Umgangs kam ihm besonders bei Hausbesuchen zugute. Es ist kaum zu ermessen, was bei solchen Besuchen in seelsorglicher Hinsicht geschehen ist. Bei allem, was er tat, war zu erkennen, dass die Seelsorge ihm ein wichtiges Anliegen war.

(RP)
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