Kalkar/Emmerich: Segelflieger planen Fusion gegen eine ungewisse Zukunft

Kalkar/Emmerich : Segelflieger planen Fusion gegen eine ungewisse Zukunft

Kalkars CDU sagt Nein zu einem Segelflugplatz. In Emmerich läuft der Pachtvertrag noch bis 2018. Aber was geschieht danach?

Sind die Segelflieger in Emmerich und Kalkar am Ende, nachdem ihnen die Politik in Kalkar einen Segelflugplatz in Bylerward verwehrt hat? Zumindest stellen sie sich auf eine ungewisse Zukunft ein und planen eine Fusion der beiden Vereine. Bekanntlich ist der Aero Club Kalkar-Wissel mit seinem Vorhaben gescheitert, in Bylerward einen Segelflugplatz zu errichten. Das Grundstück hatte bereits der Clubvorsitzende Gerd Plorin gekauft. Doch die CDU spielte nicht mit und nahm Rücksicht auf eine Bürgerinitiative, die Lärm fürchtete. Anderslautende Gutachten fanden keine Berücksichtigung. Plorin, der bei der Bundestagswahl für die "Alternative für Deutschland" antrat, sprach von Vetternwirtschaft in Kalkar und kündigte Widerstand an.

Mit dem Projekt in Kalkar verbanden sich auch die Hoffnungen der Emmericher Segelflieger. Ihr Pachtvertrag für ihren Segelflughafen in den Emmericher Rheinwiesen endet 2018. Auch die Flieger aus Kalkar starten hier.

Bis 2018 sind es zwar noch vier Jahre. Dennoch fehlt den Vereinen mit dem Aus in Kalkar eine Planungssicherheit, schließlich sind die Sportgeräte teuer. Hein van de Sandt aus Kleve ist der zweite Vorsitzende des Emmericher Vereins. Er sagt: "Der Verein nimmt bereits Beschränkungen wegen des Naturschutzes auf sich, die die Bezirksregierung ausgesprochen hat. Wegen der Gänse fliegen wir beispielsweise von Mitte Oktober bis Mitte März nicht." Eigentlich hatte die Bezirksregierung sogar noch weitere Flugverbote wegen der Bodenbrüter durchsetzen wollen. "Aber dann hätten wir nur vier Wochen im Jahr starten können", sagt van de Sandt. Möglicherweise werden die Verpächter aus diesen Überlegungen nach 2018 den Vertrag nicht verlängern. Eigentümer sind das Forstamt sowie das Wasser- und Schifffahrtsamt. Es gibt aber auch eine Rechtsauffassung, die für die Segelflieger spricht. Die Bezirksregierung hat aufgetragen, sich um Ersatzflächen für Emmerich zu bemühen. Das haben sie nachweislich getan. Deshalb könnte der Pachtvertrag nicht ohne weiteres nicht weiter verlängert werden. Auch wenn die Bemühungen keinen Erfolg hatten.

Die Segelflugplätze in Wesel, Borken oder Goch-Asperden sind jedenfalls so weit weg, dass die Nachwuchs-Flieger wohl kaum bereit wären, bis dorthin zu fahren. Damit wäre die Segelfliegerei dann endgültig am Ende.

(RP)
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