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Schulleitungsteam stellt Programm der Gesamtschule vor

Klever Joseph-Beuys-Gesamtschule präsentiert ihr Konzept : Schule setzt aufs „gemeinsame Leben“

„Gemeinsames Lernen“ ist auf die Inklusion bezogen. Kleves Joseph-Beuys-Gesamtschule will aber mehr, nämlich „gemeinsam leben“. Den Kindern werden Profilklassen geboten, die individuelle Talente berücksichtigen.

Für Christoph Riedl und Ines Knospe ist es keine Frage, dass an ihrer Schule Inklusion stattfindet, gemeinsames Lernen sowieso. Aber „Schwerpunkt-“ oder „Bündelungsschule“ will Kleves Joseph-Beuys-Gesamtschule nicht sein. „Das sehe ich als Stigmatisierung“, erklärt Schulleiter Riedl. „Die Last alleine tragen“ will das Leitungsteam nicht, wohl aber sich in angemessenem Umfang beteiligen - so, wie das andere Schulformen auch tun müssten, finden die Lehrer. Die Stadt Goch als Standortkommune der Gesamtschule Mittelkreis hatte sich kürzlich noch ablehnender gegenüber den Vorstellungen des Schulministeriums ausgedrückt.

Kleves fünfzügige Gesamtschule möchte andere Schwerpunkte setzen und hat dafür Profilklassen definiert: „Wir sind ,Schule ohne Rassismus’ und bieten Schülern zum Beispiel die Möglichkeit, sich in der ,Nelson-Mandela-Klasse’ zu engagieren. Eine andere Profilklasse legt den Fokus auf Europa, wieder eine andere auf die Kreativität, außerdem wollen wir die Individualität durch ein Schach- und ein Sprachforscher-Modul fördern“, so Ines Knospe, die didaktische Leiterin. Eltern und Kinder, die sich in diesen Tagen mit der Frage beschäftigen, wie es nach der Grundschulzeit weiter gehen soll, dürften sich mit diesen Wahlmöglichkeiten gerne auseinandersetzen.

Die Anmeldefrist an der Joseph-Beuys-Gesamtschule für die neuen Fünftklässler ist vom 8. bis 15. Februar. Dann sind die Zeugnisse an allen Grundschulen ausgegeben und sollten natürlich mitgebracht werden. Quereinsteiger beziehungsweise junge Leute, die die Oberstufe mit dem Ziel Abitur besuchen möchten, sind vom 7. bis zum 9. Februar eingeladen, sich vor Ort anzumelden. Die Schule, die vorläufig (bis zu einem Neubau) auf zwei Teilstandorte aufgeteilt ist, nämlich Hofmannallee (frühere Realschule) und  Ackerstraße, hat derzeit 840 Schüler und 70 Lehrer. Sie wird wie alle Gesamtschulen im Ganztag geführt; außer dienstags ist täglich bis 15.40 Uhr Unterricht. Die Hausaufgaben sind dann erledigt, zu Hause sollte es damit keinen Stress mehr geben. „Wir wollen unseren Schülern ein Stück Heimat schaffen. Sie sollen sich hier wohl fühlen und sich mit ihren jeweiligen Fähigkeiten und mit Freude entspannt entwickeln“, wünscht sich Christoph Riedl. Wichtig ist ihm zu betonen, dass eine Gesamtschule auch für leistungsstarke Schüler die richtige Schulform sein kann. Das Gymnasium ist eben auch am Niederrhein längst nicht mehr die einzige Chance, zum Abitur zu gelangen.

„Zusammen Leben gestalten“ ist das Motto der Schule, die damit das Bemühen, Demokratie zu leben, Gemeinschaft zu erfahren und die (Um-)Welt zu gestalten ausdrücken möchte. Wer über das Schulkonzept und die Profilklassen mehr erfahren möchte, kann eine Info-Veranstaltung am Freitag, 1. Februar, ab 16 Uhr im Forum des Gebäudes Hoffmannallee besuchen. Tags zuvor haben Lehrer und Eltern, deren Kinder die Joseph-Beuys-Schule bereits besuchen, dann schon die Pläne für den Neubau kennengelernt und können auch darüber berichten. Die „Neuen“ dürfen bei Kaffee und Kuchen Fragen stellen und sich durch die Schule führen lassen. Da kommen dann Kinder zusammen, die sich für andere Länder und Sprachen interessieren, die gerne zeichnen und gestalten, denen der respektvolle Umgang miteinander ein besonderes Anliegen ist, die besonders gerne lesen oder denen das logische Denken so sehr liegt, dass sie sich vom Schachspiel angesprochen fühlen.