Kleve: Schulen weisen Kinder ab

Kleve : Schulen weisen Kinder ab

Schüler, die auf die Klever Gymnasien und die Realschule gehen wollen, werden nun auf die beiden Gesamtschulen verteilt.

Die Stadt Kleve hat gestern die offiziellen Anmeldezahlen für die weiterführenden Schulen bekannt gebeben. Das Ergebnis: Freiherr-vom-Stein-Gymnasium 103 Anmeldungen, Konrad-Adenauer-Gymnasium (KAG) 100, Karl-Kisters-Realschule 110, Gesamtschule Kleve-Rindern 114, Gesamtschule Oberstadt (ehemals Sekundarschule) 92. Da die Politik sich im Vorfeld festgelegt hatte, wie viele Züge (parallel betriebene Klassen) die Schulen bilden sollen, und es bei einigen Schulen für diese Anzahl zu viele Anmeldungen gibt, kommt es jetzt zu der Situation, dass zahlreiche Kinder nicht auf die Schule ihrer Wahl gehen dürfen.

546 Schüler aus Kleve, Bedburg-Hau und Kranenburg haben sich an Klever Schulen angemeldet. Sie sollen so aufgeteilt werden: Karl-Kisters-Realschule, Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, KAG (alle drei Züge), die Gesamtschule Rindern (fünf Züge) sowie die Sekundarschule, die zum 1. August 2017 in eine fünfzügige Gesamtschule umgewandelt werden soll.

"Aufgrund der Begrenzung auf die Dreizügigkeit können, obwohl die Schulen bis zu 29 Schüler je Eingangsklasse aufnehmen werden, nicht alle Anmeldungen eine Zusage erhalten", teilte die Stadt Kleve gestern mit. Konkret geht es um genau 52 Schüler, davon 16 Schüler fürs Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, 13 Schüler fürs Konrad-Adenauer-Gymnasiums und 23 Schüler für die Karl-Kister-Realschule, die ihre Wunsch-Schule nun nicht besuchen dürfen. Doch dürfte diese Zahl noch steigen, da durch die Inklusionsschüler Klassenstärken verkleinert werden.

Was passiert nun mit diesen Schülern?

Stadt-Sprecher Jörg Boltersdorf: "Die Eltern, die darüber informiert werden, dass ihr Kind nicht an der gewünschten Schule angenommen werden kann, haben die Möglichkeit, ihr Kind bis zum 3. März 2017 an der Gesamtschule in Kleve-Rindern oder an der Gesamtschule Oberstadt anzumelden." Auf Nachfrage unserer Redaktion ergänzte der Sprecher, dass die Eltern ihre Kinder freilich auch in Nachbarorten wie Kranenburg, Kalkar, Emmerich oder Goch anmelden können. Darüber, wer aufgenommen und wer abgewiesen wird, entscheiden nach Auskunft der Stadt die Schulleiter. An der Karl-Kisters-Realschule wird gelost.

Eigentlich hatte der Stadtrat sich dafür ausgesprochen, dass die Karl-Kisters-Realschule vierzügig wird. Das hätte wohl zur Folge gehabt, dass es die Gesamtschule(n) schwer gehabt hätten, die notwendige Anzahl der Züge bilden zu können. Nun wird die Realschule jedoch dreizügig, was wohl zur Stärkung der Gesamtschule(n) führen wird beziehungsweise soll.

Möglich wird das durch eine in der Ratssitzung vom 28. November 2016 getroffene Sprachregelung. Darin heißt es unter anderem : "Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass für das Schuljahr 2017/18 die Bürgermeisterin vorrangig vier Eingangsklassen für die Karl-Kisters-Realschule festsetzen wird, sofern die Anmeldezahlen dies gewährleisten. Der Rat setzt voraus, dass 21 Züge für die weiterführenden Schulen notwendig sind."

Bürgermeisterin Sonja Northing argumentiert nun so: Die Anmeldezahlen ermöglichen die Bildung von lediglich 20 Zügen. Die Aufnahme eines vierten Zuges durch die Karl-Kisters-Realschule wäre nur bei der erforderlichen Bildung von 21 Zügen möglich gewesen. Die Konsequenz daraus: Die unter anderem an der Realschule abzuweisenden Schüler sollen nun an die beiden Gesamtschulen verteilt werden.

Weitere Berichterstattung und Stimmen zu dem Verfahren folgen.

(RP)