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Bedburg-Hau: Schul-Ärger unter Nachbarn

Bedburg-Hau : Schul-Ärger unter Nachbarn

Das Ergebnis der Elternbefragung zur interkommunalen Schulsituation wurde in den Schulausschüssen von Kranenburg und Bedburg-Hau präsentiert. Politik und Verwaltung ärgerten sich über die Kommentare aus Kleve.

Die Ergebnisse, die von dem Beraterunternehmen Garbe Consult aus der Elternbefragung zur voraussichtlichen Schulwahl resultieren, sind eindeutig: In Kranenburg ist es demnach weder möglich einen Teilstandort für eine Sekundarschule aufzubauen, noch einen für eine Gesamtschule.

Das bedeutet für den Berater, dass die Hauptschule in Kranenburg künftig kaum eine Chance haben dürfte, eine Klasse zu bilden. Auf der Schulausschusssitzung der Gemeinde trat nach den vorgetragenen Hiobsbotschaften zunächst das große Schweigen ein. Was jedoch nur von kurzer Dauer war. Denn in der anschließenden Diskussion wurden zunächst die Fragestellungen der Untersuchungen heftig kritisiert.

Claus Hösen, für die CDU im Ausschuss und zudem Direktor des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums, klagte: "Wenn man mich fragt, welches Auto ich gerne hätte, dann kreuze ich auch Ferrari an."

Hösen meinte damit, dass wohl alle Eltern es gern sehen würden, wenn ihr Kind das Abitur ablegt und dementsprechend auch ihre Kreuze gemacht hätten. Wolfgang Richter von Garbe Consult, der die Ergebnisse präsentierte, saß achselzuckend im Ausschuss und erklärte, dass die Fragestellung vom Land vorgegeben sei. Bernd Rütten, Direktor der Kranenburger Hanna-Heiber-Hauptschule, überraschten die Ergebnisse nicht: "Meine Befürchtungen haben sich bestätigt.

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Es wird bei uns ein gesundes Schulsystem kaputt gemacht mit Fragen, die keinem normalen Standard entsprechen. Was hier betrieben wird, ist Kaffeesatzleserei." Rütten mahnte zudem, dass man "im Zuge der interkommunalen Schulentwicklung nicht in den Sog der missratenen Klever Schulpolitik" hineingezogen werde. SPD-Fraktionschef Jürgen Franken, der im Klever Schulausschuss die Präsentation verfolgt hatte, ging noch einen Schritt weiter: "Man muss sich fragen, ob es Sinn macht, weiter mit Kleve zusammenzuarbeiten.

Da spricht der Bürgermeister davon, dass es in seiner Amtszeit keine Gesamtschule in Kleve geben werde. Der Kämmerer hält vor, wie teuer die Kranenburger Kinder sind. Es muss fair bei den weiteren Gesprächen miteinander umgegangen werden." Auch Bürgermeister Günter Steins kann das Klever Gejammer über die Kosten offenbar nicht mehr ertragen. Kranenburg erhalte für 10000 Einwohner 2,3 Millionen Schlüsselzuweisungen vom Land. Kleve bei 50000 Bürgern aber satte 25,1 Millionen.

Kleve sei, so Steins, ein Mittelzentrum, das bestimmte Aufgaben wahrzunehmen habe. Steins: "Wenn der Kranenburger Bürger nach Kleve fährt, um dort zu arbeiten und zu einer Wertschöpfung und einer Gewerbesteuer beiträgt, ist er willkommen. Sitzt aber sein Kind auf dem Rücksitz, das dort zur Schule gehen will, dann soll dafür gezahlt werden. So funktioniert interkommunale Zusammenarbeit nicht."

(RP/rl/jul)