Kleve: Schüler wollen lebenslang lernen

Kleve : Schüler wollen lebenslang lernen

Laura van Meuers (18) und Maarten Oversteegen (17) sind am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Kleve die beiden Schüler-Abgeordneten beim RP-Projekt "Deine Stimme zählt". Per Video präsentieren sie Forderungen an die Politik.

Was würden sie machen, wenn sie Politiker wären und die Chance hätten, das Land Nordrhein-Westfalen noch lebenswerter zu machen? Diese Frage haben sich Laura van Meurs und Maarten Oversteegen gestellt und auch eine Antwort gefunden: "Wir würden uns stark für lebenslanges Lernen einsetzen und bessere Voraussetzungen dafür schaffen."

Die 18-Jährige und der 17-Jährige sind Schüler am Freiherr-vom-Stein-Gymasium und nehmen mit den beiden Sozialwissenschaftskursen am RP-Projekt "Deine Stimme zählt" teil. Mit dieser Aktion zur Landtagswahl 2017 ermöglicht unsere Zeitung Jugendlichen, auf einer prominenten Plattform Wünsche und Kritik an die Landespolitik zu adressieren. Am Ende des Projektes steht eine Podiumsdiskussion, bei der gewählte Schülervertreter vor großem Publikum mit den Spitzen der Landespolitik debattieren.

Die 42 Schüler in den beiden Sozialwissenschaftskursen haben Laura van Meuers und Maarten Oversteegen zu ihren "Abgeordneten" gewählt. Sie gehen ins Rennen um die beiden "Minister"-Posten, wer gewinnt, darf Ende März live mit Landespolitikern diskutieren. Laura van Meuers möchte nach ihrem Abitur gerne Regisseurin am Theater werden, Maarten Oversteegen hat ins Auge gefasst, Journalismus und Politikwissenschaften zu studieren um später als Journalist sein Geld zu verdienen. Politisch hat er bereits viel Erfahrung, denn der 17-Jährige ist Beisitzer im FDP-Ortsverband Kleve und Kreisvorsitzender der Jungen Liberalen.

Offenbar hatten die beiden Zwölftklässler mit ihrem Thema "lebenslanges Lernern" bei ihren Mitschülern ins Schwarze getroffen. "Wir haben sehr politisch interessierte Schüler bei uns in den Sowi-Kursen. Sofort sprudelten die Ideen, wie man dieses Thema aufbereiten könnten", erzählt Maarten Oversteegen. Für die Stein-Schüler ist klar, dass das Lernen nach der Schule nicht aufhört. Aber viele Menschen hätten gar nicht die Möglichkeit, sich weiterzubilden. "Wer früh in einen Beruf einsteigt, endet vielleicht schnell in einer Sackgasse. Man hat nur diesen einen Job gelernt, und wenn man dann mit 40 oder 50 Jahren arbeitslos wird, ist es schwierig, etwas Neues zu finden", sagt Martin Oversteegen. Wer sich nicht weiterbildet, lande schnell im sozialen Abseits, betont Mitschülerin Laura van Meuers. "Gerade im Alter ist die Gefahr, zu vereinsamen, groß", betont die 18-Jährige. Die Politik müsse es den Senioren ermöglichen, sich mit modernen Medien vertraut zu machen. "Bildung ist der Schlüssel", bringt es Martin Oversteeegen auf den Punkt. Seine Lehrerin Annette Krach betont, wie wichtig es sei, dass die Schulen medial gut ausgestattet werden. "Die Digitalisierung der Schulen muss stärker vorangetragen werden. Wir brauchen gute Rechner, mobile Geräte und eine schnelle Internetanbindung", sagt Krach.

Die Schüler wollen in der Fußgängerzone Passanten verschiedenen Alters befragen, wie sie ihre Zukunft planen und wie wichtig ihnen das Thema Bildung ist. "Die Antworten werden wir auf Video festhalten. Das Skript haben wir im Unterricht erstellt. Die ersten Sequenzen wurden schon gedreht", berichtet Laura van Meuers. Ende Februar muss das Video, mit dem sich die Schüler-Abgeordneten um die "Minister"-Posten bewerben, fertig sein.

Beide würden sich sehr freuen, wenn sie die Chance bekämen, mit NRW-Schulministerin Sylvia Lörmann darüber zu sprechen, wie sie lebenslanges Lernen fördern will. "Wir haben uns jetzt so intensiv mit dem Thema beschäftigt, da möchten wir nicht, dass das einfach verpufft", sagt Laura van Meurs.

(RP)
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