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Kleve: Schüler malen Bilder für Kinderbuch

Kleve : Schüler malen Bilder für Kinderbuch

An der Spyckschule haben 44 Kinder mit ihrer Schulsozialarbeiterin Barbara Coppers in Bildern die Geschichte der Pinguin-Eltern Perla und Peppo geschrieben, die ihren Nachwuchs im Sturm verlieren. Der Erlös geht an Hilfsprojekte.

Es begann mit einer saloppen Kurznachricht und wurde zu einem Projekt, an dem 44 Kinder der Spyckschule mitarbeiteten und das jetzt als Buch beim Pagina-Verlag der Gocher B.o,s.s.-Druckerei erschienen ist. Ein Projekt, das die Sparkassenstiftung unterstützt. Künftig kann dieses Buch auch als Unterrichtsmaterial dienen.

Denn es ist eine Geschichte von Kindern für Kinder, die die Schulsozialarbeiterin vom Theodor-Brauer-Haus, Barbara Coppers, angestoßen und umgesetzt hat. Es ist eine ernste Geschichte vom Leben und vom Tod, die vom Sterben eines kleinen Pingiun-Kindes erzählt und wie die Pinguin-Eltern mit diesem Tod umgehen.

Das Buch wurde jetzt im Blauen Salon der Stadthalle in Kleve vorgestellt (querformat, 47 Seiten, ISBN 978-3-944146-33-1, 14.95 Euro). "Wir müssen den Tod in unser Leben integrieren, wir dürfen kein Tabu daraus machen, wir dürfen ihn nicht verdrängen", sagt Barbara Coppers. Deshalb handelt die Geschichte in über 20 Bildern mit einfachen, für Grundschulkindern eingängigen kurzen Texten auch vom Tod.

Doch am Anfang stand eine Idee voller Leben: Ob denn sein "Tantchen" Barbara Lust auf einen Live-Chat mit der Station Neumayer III hätte, postete Coppers Neffe René Fontes aus der Antarktis, wo er in eben jener Station arbeitete. Natürlich hatte die 54-Jährige Schulsozialarbeiterin Lust auf diesen ganz besonderen Chat. Und natürlich waren "ihre" Kinder der Spyckschule ebenso begeistert, dabei sein zu dürfen.

Es ging zunächst um die Arbeit auf der Station des Alfred Wegener Institutes, um das ewige Eis, um die Pinguine. Die Kinder recherchierten weiter und hielten Referate. Coppers schaute mit ihnen Pinguin-Dokumentationen - und da entdeckten die Kinder, dass einer der kleinen Pings im Schneesturm sterben musste. Die Kleinen waren so aufgewühlt, dass Coppers, die auch Trauerbegleiterin ist, den Faden aufnahm und mit ihnen das Geschehen verarbeitete. Das war der Beginn der Geschichte vom Pinguin-Paar Perla und Peppo und ihrem Nachwuchs Peppin.

Schon in der Nacht nach dem Film habe sie die Idee gehabt, das Buch mit Bildern daraus zu machen. Die Kinder waren begeistert, die Lehrer bauten das Projekt in den Lehrplan ein. Mit den Kindern ging Barbara Coppers ins Klever Museum Kurhaus, wo Klara Heimbach mit ihnen zeichnete. 133 Bilder entstanden - eines schöner als das andere. Alle befassten sich mit der Leben der beiden Pingiun-Eltern. Aber nur knapp über 20 konnten ins Buch. Zusätzlich schrieb der Musikstudent Tom Boller für die Klasse das Liebeslied der Pinguine, erinnert sich die Sozialarbeiterin.

Coppers schrieb dann einfache Texte, zeigte sie den Kindern. Als der kleine Peppin im Schneesturm umkommt, hätten viele Kinder gefragt. Muss das denn sein?, erinnert sich Coppers. Aber das war das Thema. Und das Buch zeigt auch die glücklichen Tage von Mutter und Kind - gemalt von den Kindern in wunderbaren Bildern.

Gewidmet hat Barbara Coppers den kleinen Band ihrem Neffen, der mit seiner saloppen "Tantchen"-Kurznachricht alles ins Rollen gebracht hat und der 14 Monate auf der Station Neumayer III war. Und den Kindern, die so ernsthaft an dem Buch mitarbeiteten und die kritisch mit dem Text umgingen. Sie alle sind auf der letzten Seite verewigt: Zoé und Tizian, Xenia und Nico, Katrin und Klaus und all die anderen der 44 Spyckschüler, die daran mitgearbeitet haben.

Der Erlös des Buches geht an Kinderprojekte. Wichtig ist Coppers aber eins: "Ich hoffe, dass der Band nicht oben im Regal steht, sondern unten liegt, da wo ihn alle zur Hand nehmen können", sagt sie.

(RP)