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Kleve: Schüler experimentieren im Netz

Kleve : Schüler experimentieren im Netz

Die Physikschüler des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums forschen künftig gemeinsam mit internationalen Universitäten – und müssen dafür nicht mal das Klassenzimmer verlassen. Möglich macht das die Firma Spectro.

Die Physikschüler des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums forschen künftig gemeinsam mit internationalen Universitäten — und müssen dafür nicht mal das Klassenzimmer verlassen. Möglich macht das die Firma Spectro.

Hier noch ein Draht, da eine Schraube, ein Neodym-Magnet dazu und dann die Batterie anwerfen — schon läuft der kleine Elektromotor. Ein altbewährtes Physik-Experiment, das nett, aber auf Dauer eben auch öde ist. "Damit im Unterricht echte Begeisterung aufkommt, braucht es mittlerweile mehr als die typische Schulphysik", sieht auch Christian Lennartz, Physiklehrer am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium ein. "Was früher zu teuer oder zu gefährlich war, können wir jetzt spielend einfach umsetzen und jederzeit variieren", sagt Lennarzt.

Aus genau diesen Gründen freuten er und sein Leistungskurs Physik sich umso mehr über das Geschenk, das die Klever Firma Spectro den Schülern gestern überreichte. Der weltweit führende Hersteller von Analysegeräten für die elementare Analytik investierte in den möglichen künftigen Nachwuchs, indem er der Schule ein mobiles Computerlabor einrichtete. 16 Notebooks, bespielt mit einer umfangreichen Bibliothek naturwissenschaftlicher Lernsoftware, sollen den Spaß am Experimentieren und Forschen stärken.

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Das rund 20 000 Euro teure Equipment, das über Fördermittel des Spectro-Mutterkonzerns Ametek finanziert wurde, soll insbesondere den Schülern der Mittel- und Oberstufe einen leichten, motivierenden Zugang zu den naturwissenschaftlichen Fächern eröffnen. Experimente können in Form von Simulationen am PC nachgestellt werden. "Außerdem können sie über das Internet an Experimenten teilnehmen, die an Universitäten laufen und sich aktiv daran beteiligen", erklärte Physiklehrer Lennartz. Neben dem Fachbereich Physik dürfen auch die Chemiker und Mathematiker mit den Computern arbeiten.

Für Schulleiter Claus Hösen ist das Lernlabor ein längst überfälliger Schritt für ein besseres Lernen im Freiherr-vom-Stein-Gymnasium: "Seit 2004 haben wir die neuen naturwissenschaftlichen Räume. Die Steckdosen waren also immer da, nur die Geräte fehlten." Er ist sich sicher, dass auch die Leistung der Schüler mit den neuen Lern-Anreizen steigt. "Am Computer sind die Schüler immer konzentriert und motiviert bei der Sache", so Hösen.

Der rege Austausch zwischen dem Klever Konzern und dem Gymnasium könnte auf Dauer sogar Jobperspektiven eröffnen. "Spectro sucht permanent Nachwuchs, der an Naturwissenschaften interessiert ist", stellte Manfred A. Bergsch bei der Übergabe des Lernlabors den Schülern in Aussicht. Diese Perspektive quittierte der Physik-Leistungskurs mit einem kräftigen Applaus.

(RP/rl)