Niederrhein: Schrittweise zum VRR-Tarif

Niederrhein : Schrittweise zum VRR-Tarif

Nahverkehrs-Zweckverband Niederrhein hofft auf 2011. Dann soll auch hier das Ticket des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr gelten. Bei der Finanzierung müssen alle Beteiligten mitwirken.

Mit einem Ticket von Emmerich nach Dortmund: Dies bleibt das erklärte Ziel aller Beteiligten im öffentlichen Personennahverkehr. Und zwar endlich auch für die Schiene, die vom VRR-Gemeinschaftstarif im Gebiet des Nahverkehrs-Zweckverbandes Niederrhein (NVN) noch abgekoppelt ist. VRR-Vorstand Klaus Vorgang bekräftigte in der Verbandsversammlung des NVN im Weseler Kreishaus, das Vorhaben zum 1. August 2011 umsetzen zu wollen.

Wie berichtet, geht es ums Geld, weil gutachterlich ein Mindererlös von rund zwei Millionen Euro im Raum steht. Der Ausgleich soll unter anderem mit der Einführung des Schokotickets für Schüler am Niederrhein mitfinanziert werden. Als Pilot ist Moers ausgeguckt. Dort gibt es bereits reges Interesse von fünf Schulen, ab August 2010 einzusteigen. Das Schokoticket, so Tarif-Fachmann Erhard Wolf vom VRR, sei nur ein Teil. In mehreren Schritten müsse das gemeinsame Ticket angestrebt werden. Eine Arbeitsgruppe zwischen VRR und den Betrieben der Verkehrsgemeinschaft Niederrhein (Niag etc.) besteht. Laut Vorgang soll auch das Land NRW mithelfen. Insider denken, dass auch die beiden Kreise Wesel und Kleve finanziell dabei mitwirken müssten.

Beide Landräte in Verwaltungsrat

Die Kreise teilten sich übrigens die entsprechenden Posten in der konstituierenden Sitzung auf. Zum Vorsitzenden wurde Peter Kiehlmann (SPD, Wesel) gewählt, zum Stellvertreter Fredy Heinzel (CDU, Kleve). Verbandsvorsteher ist Kleves Landrat Wolfgang Spreen, der zudem wie sein Weseler Amtskollege Dr. Ansgar Müller in den VRR-Verwaltungsrat entsandt wurde. Vertreten werden die beiden Verwaltungschefs von Ulrike Giesen-Simon (CDU, Wesel) und Bodo Wissen (SPD, Kleve).

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Über die ersten Tage der privaten NordWestBahn auf den linksrheinischen Routen (RE 10 Kleve-Düsseldorf etc.) berichtete deren Geschäftsführer Martin Meyer-Luu. Er zog ein im Ganzen positives Fazit. Am Montag habe es Verspätungen gegeben, weil in der Hauptverkehrszeit enormer Andrang geherrscht habe. So habe es gedauert, bis alle Kunden im Zug waren. Etwa in Kempen und in Rheinberg.

Die Kapazität, so Meyer-Luu in diesem Zusammenhang weiter, entspreche exakt dem, was bestellt worden war. Entscheidend für den Erfolg sei die "subjektive Zufriedenheit" der Fahrgäste. Deshalb wolle die NordWestBahn weiter nachbessern und flexibler auf saisonale Bedürfnisse reagieren. Gespräche darüber sind mit dem VRR bereits vereinbart.

(RP)
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