Schon drei Jahre vor den Grünen wollte Kleve die Cent-Münzen beseitigen

Experiment fehlgeschlagen: Grüne wollen Cents abschaffen - in Kleve scheiterte der Plan schon krachend

Die Grünen wollen die Ein- und Zwei-Cent-Münzen bundesweit abschaffen. Das wollte die Stadt Kleve 2016 auch - aber das Experiment scheiterte schnell.

Die Idee der Grünen, bundesweit künftig keine Ein- und Zwei-Cent-Münzen mehr im Handel zu benutzen, ist fast so alt wie die Münzen selbst. Mehrere Städte in Nordrhein-Westfalen hatten ähnliche Vorhaben, die allesamt in die Hose gingen. Zuletzt tat sich mit dieser Idee die Händlervereinigung Klever Citynetzwerk (KCN) hervor, die am 1. Februar 2016, begleitet von medialem Getöse, bekannt gab, die „kleinen“ Münzen in der Kreisstadt abschaffen zu wollen.

Das Experiment sorgte in ganz Deutschland für Aufmerksamkeit. „Geehrte Kunden, wir runden“ prangte seinerzeit auf den Schildern vieler Klever Geschäfte. Es sollte jeweils auf fünf Cent aufgerundet oder eben abgerundet werden. Man versprach sich einen Erfolg, zumal ein Großteil der Klever Kundschaft aus Niederländern besteht, die dieses Verfahren von ihren heimischen Läden kennen.

Doch weit gefehlt. Vor allem deshalb, weil die Beteiligung der Klever Einzelhändler viel geringer ausfiel, als sich das Citynetzwerk erhofft hatte. Zu „Spitzenzeiten“ waren es gerade mal 68 Läden, die mit zogen. Und alle überregionalen Firmen vom Kaufhof bis zu Saturn waren von vorne herein nicht im Boot - auch, weil das Runden mit deren Kassensystemen gar nicht funktioniert hätte.

Die in Kleve ansässige Hochschule Rhein-Waal wurde mit einer Untersuchung des sogenannten „Anti-Kleingeld-Plans“ beauftragt. Das Ergebnis: Die Verbraucher in der Klever City fanden zu beinahe 75 Prozent die Aktion gut oder sehr gut, aber die teilnehmenden Händler gaben an, dass die erhofften Effekte ausgeblieben waren. Weder wurde der Bargeldbestand in der Kasse abgebaut noch ließ sich der Kostenaufwand für die Einzahlung von Münzen reduzieren.

Unterm Strich stand die „Beerdigung“ des Plans bereits im Januar 2017.

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