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Schnee Kreis Kleve: Busse und Bahnen mit Problemen - Feuerwehr warnt

Hotspot in NRW : Der Niederrhein versinkt im Schnee

Seit zehn Jahren gab es nicht mehr so viel Schnee auf einmal in der Region; der Niederrhein wird von den Wetterdiensten aktuell als „Schnee-Hotspot“ betrachtet. Erste Unfälle, Züge fallen aus, Busse bleiben in Depots.

Wer nicht unbedingt muss, bleibt an diesem Vormittag zu Hause. Seit Samstagabend schneit es ohne Unterbrechung, winzige Flocken, die als Pulverschnee in Gärten, auf Straßen und Wegen liegenbleiben.  Seit Heiligabend 2010, sagt der Klever Wetterexperte Hubert Reyers, hat’s so heftig nicht mehr geschneit, und alles spricht dafür, dass die Wetterlage sich in den kommenden Tagen auch nicht grundsätzlich ändern wird. „Der scharfe Frost kommt erst noch“, ist der Hobby-Metereologe überzeugt. Durch den frischen Ostwind fühlen sich die Minusgrade noch kälter an.

Für jeden, der in der Nacht zu Sonntag oder am Morgen doch raus musste, brachte die hierzulande fast unbekannte Wetterlage Probleme oder sogar Gefahren mit sich. Die Züge des Niersexpress fuhren nicht mehr, die Nordwestbahn teilte „wetterbedingte Störungen“ mit. Auch ein Schienenersatzverkehr, bei anderen Problemen auf der Strecke stets die Alternative, konnte nicht angeboten werde. Kein Wunder, denn die Busse kamen am Morgen hier und da nicht einmal aus den Depots heraus. NIAG und Look entschlossen sich, den Busverkehr im kompletten Verkehrsgebiet aufgrund des Schnees  bis auf Weiteres einzustellen. „Schnee und glatte Straßen machen eine sichere Fahrt am Niederrhein unmöglich“, hieß es in einer Mitteilung. An einzelnen Standorten hätten die Fahrzeuge bei Schichtbeginn am frühen Sonntagmorgen wegen der überfrierenden Nässe nicht einmal ihre Garagen verlassen können. Die Fahrgäste wurden um Verständnis gebeten.

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Bereits am Vortag hatten die Freiwilligen Feuerwehren im Kreis die Bürger ermahnt, möglichst zu Hause zu bleiben. Die Wehr aus Bedburg-Hau postete Fotos mit Einsatzfahrzeugen in Schneeketten – wahrlich kein gewohntes Bild. Und es wurde daran erinnert, nicht über Hydranten zu parken, sie regelmäßig vom Schnee zu befreien und sie zugänglich zu lassen, damit im Fall von Bränden, die aus technischen Ursachen auch und gerade bei Schneemassen ausbrechen können, immer genügend Löschwasser verfügbar bleibt.

Schon in der Nacht musste die Polizei einige Unfälle aufnehmen. Zum Glück, hieß es aus der Leitstelle, hätten sich erst einmal keine schweren Unfälle ereignet. „Bisher ist für die Lage überraschend wenig los“, so ein Beamter am Sonntag. Der eine oder andere Lastwagen blieb stecken, Schneeverwehungen auf der B 9 und anderen wichtigen Überlandstraßen machten das Durchkommen schwierig, schwächere Bäume stürzten unter der Schneelast um. In Kevelaer-Twisteden, teilte die Polizei mit, war ein Pkw in einen Graben gerutscht, auf der B9 bei Goch stand ein Lkw quer auf der Fahrbahn, hier und da brauchte ein Wagen Hilfe, um sich  aus den Schneeverwehungen zu kämpfen. Selbst ein Rettungswagen soll Probleme bekommen haben.

Und die Bürger taten vor ihren Häusern das, was jahrelang nicht nötig war: Sie schaufelten Schnee und sahen zu, wie ihre Arbeit immer wieder zunichte gemacht wurde.  Es schneite einfach weiter und weiter. „Es wird auch am Montag noch schneiden, ab Dienstag dürfte dann allerdings die Sonne heraus kommen“, so Hubert Reyers. Weniger kalt wird es dadurch aber nicht, ganz im Gegenteil. Bis minus zwölf Grad sieht Reyers auf die Menschen im Kreis Kleve zu kommen. „Und wenn sich der Wind legt, werden auch die überschwemmten Rheinwiesen zufrieren.“ Reyers ist sicher, dass es bis zum Wochenende tief winterlich bleibt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Rodeln und Straßenräumen - Heftiger Schneefall im Kreis Kleve