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Kleve/Moyland: Schenkung im Kurhaus - Führung in Moyland

Kleve/Moyland : Schenkung im Kurhaus - Führung in Moyland

Beide großen Museen präsentieren Beuys-Arbeiten im Rahmen zum Gedenken an den Todestag von Joseph Beuys

Das Museum Kurhaus Kleve präsentiert in seiner ständigen Sammlung im Beuys-Atelier im Edgeschoss des Friedrich-Wilhelm-Bades eine wichtige Neuerwerbung, die so wunderbar in diese Räume passt, in der das große Büdericher Mahnmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges entstand: Im Rahmen der Ausstellung über dieses Mahnmal konnte der Kettenglied-Entwurf zum Büdericher Ehrenmal aus dem Jahr 1958 als Schenkung von Sonja Mataré und der Sonja Mataré-Stiftung gewonnen werden. "Darauf sind wir richtig stolz", sagt Valentinas Vlasic, die damals diese Ausstellung kuratierte.

"Das nun erworbene Kettenglied ließ Joseph Beuys von seinem Vetter, dem Schmied Norbert Hülsermann aus Spellen bei Voerde, ausführen. Auf Fotografien, die Fritz Getlinger 1958, kurz vor der Fertigstellung in Beuys' Klever Atelier anfertigte, erkennt man auf dem Zementboden eine Kreideskizze des Kettengliedes, das er vorher bereits in einer Reihe von Skizzen entwickelt hatte (heute Sammlung Van der Grinten, Museum Schloss Moyland), im Maßstab von eins zu eins. Anschließend führte Hülsermann alle Eisenteile für das Ehrenmal aus, sowohl die Beschläge für die doppelflügelige Tür als auch die Eisenbeschläge und die Kette für das Symbol der Auferstehung", beschreibt Guido de Werd im neuen Museumsreporter das Stahlteil.

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Beuys habe das Kettenglied lange bei sich aufbewahrt, erinnert sich de Werd. 1961 fotografierte Fritz Getlinger es auf der Marmorplatte des Waschtisches in der elterlichen Wohnung an der Tiergartenstraße in Kleve für die Bewerbungsmappe für seine Professur an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. Bereits 1991 wurde das Kettenglied als Leihgabe in der Ausstellung "Ein Gruß an Cleve" im Städtischen Museum Haus Koekkoek gezeigt, so de Werd weiter, Jetzt wird es im Museum Kurhaus im Beuys-Atelier präsentiert.

In Gedenken an den Todestag von Joseph Beuys am 23. Januar bietet Museum Schloss Moyland am Sonntag, 21. Januar, zur Ausstellung "Warum Filz? Joseph Beuys und eins seiner Markenzeichen", die derzeit im Rahmen von "Kunst.Bewegt" zu sehen ist, eine Kuratorenführung mit Kurzvortrag und anschließendem Gespräch. Barbara Strieder, Leiterin Grafische Sammlung, beschäftigt sich an diesem Sonntag zwischen 16 und 18 Uhr mit dem Material Filz, das zu Beuys Markenzeichen wurde.

Innerhalb des Beuysschen Materialienkosmos´ weiss Filz das wohl größte Bedeutungsspektrum auf. Der Künstler verwendete ihn wegen seiner isolierenden, thermischen, plastischen, akustischen und farblichen Eigenschaften sowie seiner Struktur. Nicht zuletzt besitzt das Material für den Künstler bedeutsame historische Bezüge. Über den vielfältigen Körperbezug des Materials schlägt Beuys eine Brücke, um seine Kunst auf einer sinnlichen und geistigen Ebene mit dem Menschen und seinem Leben zu verbinden.

Die Kosten inkl. Getränk und Museumseintritt betragen 18 €, ermäßigt 16 €.

Parallel dazu findet ein Programm für Kinder und Jugendliche statt. In der Experimentierwerkstatt Beuys erforscht Alexandra Eerenstein mit allen Interessierten unterschiedliche Materialien, die Joseph Beuys in seiner Kunst verwendete. Mit allen Sinnen untersuchen die Teilnehmer die Eigenschaften der Materialien: Steine werden umfilzt, Fett erwärmt, Schokolade gegossen, Kupferplatten erwärmt, kleine Gipsreliefs und Wachsbilder gestaltet.

Die Kosten betragen inkl. Getränk und Museumseintritt 10 €, ermäßigt 8 €. Eine verbindliche Anmeldung unter Tel. 0 28 24 95 10-61 ist erforderlich.

(mgr)