„Saatgut – wir ernten, was wir säen“ läuft im Klever Kino

4. Film-Matinee in Kleve : Die Vielfalt des Saatguts erhalten

Bei der 4. Film-Matinee im Klever Tichelpark-Kino  wird die Dokumentation „Saatgut – wir ernten, was wir säen“ gezeigt. Bei der Veranstaltung am Sonntag, 10. März, gibt es auch eine Diskussionsrunde. Der Einträgt beträgt 5 Euro.

Für Tichelpark-Chef Reinhard Berens ist klar: „Wenn wir beginnen, die Welt zu retten, dann hier, im Klever Kino“. Einen Schritt auf dem Weg dorthin will er gemeinsam mit den Vereinen Regional und Bio-Region-Niederrhein sowie den Klever Grünen machen. Sie alle laden zur Filmvorführung der Dokumentation „Saatgut – wir ernten, was wir säen“ am Sonntag, 10. März, ab 11 Uhr ein.

Für Margo Bromont-Koken von den Klever Grünen steht fest: „Saatgut ist ein ganz wichtiges Thema“. Denn: Die Artenvielfalt geht verloren. Wir kannten mal 2000 Sorten Bohnen. Heute werden davon noch vier bis fünf verkauft. Das gilt auch für alle Gemüsesorten“, sagt sie. Genau darum geht es bei der Dokumentation, die im Rahmen der 4. Film-Matinee im Klever Kindo gezeigt wird. „Unser Saatgut – wir ernten, was wir säen“ ist ein Appell an uns alle: Schützt die ursprüngliche Saatgut-Vielfalt, sonst ist das reiche Angebot unserer Nahrung bald nur noch eine schöne Erinnerung.

Die beiden einladenden Vereinen beschreiben den Film so: „Einfallsreich und mit kreativen Bildern macht die Dokumentation ihre Zuschauer zu mündigen Essern, die sich nicht mit der immer gleichen Supermarktware abspeisen lassen.“ Der Film von Taggart Sigel und Jo Betz könne lebensverändernd wirken. Mit dieser Meinung sind sie nicht alleine. Der Film wurde ausgezeichnet mit 18 Festival-Preisen und nominiert für den Emmy 2018 als „herausragende Naturdokumentation“.

Kurt Kreiten vom Verein Oregional Rhein-Waal betont, wie wichtig es ist, für Saatgut- und damit Artenvielfalt zu kämpfen: „Große Konzerne bestimmen über das Saatgut. Kleinbauern werden entmündigt.“ Er ist sich sicher, dass es in Kleve ein Publikum für diese Thematik gibt. Immerhin wurden die zurückliegenden Film-Matinees auch von jeweils rund 200 Zuschauern besucht.

Auch Sybille Sonderfeld vom Verein Bio-Region-Niederrhein hält das Thema für äußerst wichtig. „Noch Ende des 19. Jahrhunderts gab es eine riesige Sortenvielfalt. Heute werden 80 Prozent des Saatguts von vier großen Konzernen gestellt“, sagt die Expertin. Sie setzt sich dafür ein, dass mehr so genannte samenfeste Sorten produziert werden. Genau wie Biogärtner Werner Wittenhorst. Er sagt: „Es gibt kein familiengeführtes Saatgutunternehmen mehr. Alle sind gebunden an die Chemie-Industrie.“ Der Film nimmt hingegen klar Partei für die kleinen Bauern. „Das ist wichtig. Saatgut ist Kulturgut, das Erbe der Menschheit. Wir müssen die Vielfalt erhalten“, betont Wittenhorst. Mit ihrer Meinung sind die beiden nicht allein. In den vergangenen Jahren haben Protestmärsche gegen  Millionen Menschen in mehr als 400 Städten und 50 Ländern mobilisiert, um für die freie Nutzung der Samen zu kämpfen. Leidenschaftliche Bauern und Gärtner gründen Samen-Bibliotheken und Gemeinschaftsgärten und kämpfen für einen nachhaltigen und freien Umgang mit dem Saatguterbe.

Filmpatin ist die Köchin Sarah Wiener. Sie sagt: „Wie David gegen Goliath kämpfen Menschen auf der ganzen Welt für den Erhalt unserer kostbaren Saatgutvielfalt. ,Unser Saatgut’ ist ein beeindruckender Film, den jeder gesehen haben sollte.“

Foto: dpa/Patrick Seeger

Der Film dauert gut 90 Minuten. Anschließend ist ausgiebig Gelegenheit zur Diskussion. Als Experten stehen den Gästen Johannes Büsch vom gleichnamigen Demeter-Betrieb und Professor Jens Gebauer, Vizepräsident der Hochschule Rhein-Waal, zur Verfügung.