Kreis Kleve: Rote Taschen für weniger Lohn

Kreis Kleve: Rote Taschen für weniger Lohn

Am heutigen 26. März ist der Equal Pay Day. An diesem Tag geht es darum, auf die nach wie vor bestehenden Unterschiede beim Einkommen aufmerksam zu machen. Hintergrund ist der Verdienstunterschied von 23 Prozent, den Frauen weniger verdienen als Männer. Die Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Kleve informieren und setzen sich ein für gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Mit einem Infostand heute in Kleve, Fußgängerzone Ecke Kavarinerstraße/Große Straße soll ein aktives Zeichen gesetzt werden.

Die Business und Professional Women (BPW) Germany riefen 2008 den ersten Equal Pay Day ins Leben. Sie übernahmen die Kampagne aus Amerika. Die ungleiche Entlohnung bei Frauen gegenüber Männern entstehe durch eine unmittelbare und eine mittelbare Diskriminierung von Frauen bei der Entlohnung. Zahlt ein Arbeitgeber auf Grund eines besonderen zeitlichen Engagements eine Leistungsprämie kann eine Beschäftigte wegen der Familienpflichten dieses Kriterium nicht so leicht erfüllen. Sie erhält daher geringere Prämien.

Das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend listet folgende Gründe für Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern auf: Frauen nehmen seltener als Männer höhere Positionen ein; Frauen sind vielfach in Wirtschaftszweigen mit niedrigeren Verdienstmöglichkeiten und in kleineren Betrieben beschäftigt; Frauen wechseln seltener den Arbeitsplatz, auch wenn das Einkommen nicht stimmt; Frauen weisen auf Grund familienbedingter Unterbrechungen weniger Berufsjahre auf; Frauen erleiden Einkommensbußen durch Rückstufungen oder durch Ausübung geringer bezahlter Tätigkeiten nach dem Wiedereinstieg.

Über diese Benachteiligungen und vieles Mehr zur gerechten Entlohnung informieren die Gleichstellungsbeauftragten an dem Infostand zwischen 10 bis 12 Uhr. Sie wollen mit Frauen und Männer die Debatte über Entgeltunterschiede beleben und das Bewusstsein für das Ausmaß und die Tragweite des Problems schärfen.

(RP)