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Kleve: Realschule gewinnt bei Anmeldungen

Kleve : Realschule gewinnt bei Anmeldungen

Alle orakeln über die tatsächlichen Anmeldezahlen an die weiterführenden Schulen: Die Karl-Kister-Realschule soll in der Schüler- und Elterngunst weit vorne liegen. Politiker wollen zügig die Schulgebäude der Stadt weiter sanieren.

Annette Wier hütet die neuen Anmeldezahlen an die weiterführenden Schulen der Stadt Kleve wie einen Gral. Nichts geht 'raus. Es sei noch zu früh. Sie könne und dürfe noch nichts Definitives sagen, sagt die Leiterin des Schulverwaltungsamtes — mit Bedacht. Lediglich die üblich gut unterrichteten Kreise orakeln über erste Prognosen, wie die Schülerströme sich verteilen könnten: Qualitativ gut aufgestellt hat sich demnach anscheinend die Karl Kisters Realschule, die, so heißt es aus verschiedenen Richtungen, der geheime Gewinner der neu sortierten Schullandschaft in Kleve sein soll. Gut sollen auch die Zahlen der Sekundarschule sein, die Gymnasien leiden an der leidigen G-8-Diskussion. Zudem soll es angeblich zwischen den Schulen Verschiebungen gegeben haben. Zur Gesamtschule gibt es keine verlässlichen Prognosen — außer, dass es keinen "Run" auf diese Schulform gegeben haben soll. Allerdings wird es noch sehr wahrscheinlich — das lehrt die Vergangenheit — zu Schüler-Verschiebungen zwischen den Schulen kommen, wenn bestimmte Schulformen die hohen Anmeldezahlen gar nicht annehmen können.

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Sicher hingegen ist, dass die Stadt Kleve mit der kompletten Umstrukturierung der Schullandschaft endlich Schul-Frieden hat. Es gibt keine Hauptschulen mehr, Kleve bietet zwei Gymnasien und jeweils eine Gesamt-, Sekundar- und Realschule. "Es liegen keine Bedenken oder Beschwerden seitens der Eltern, der Schüler oder der Lehrer vor. Kein Stress, wie in den meisten Jahren zuvor. Im Gegensatz zu vielen anderen Gemeinden im Kreis haben wir das in Kleve durch unsere Schulpolitik erreicht — im Konsens mit den Nachbargemeinden Bedburg-Hau und Kranenburg", sagt Jörg Cosar. Der CDU-Politiker ist Ehrenvorsitzender der Stadtschulpflegschaft Kleve und ist seit Jahren in die Schulpolitik eingebunden.

"Die Sekundarschule braucht einen guten Start, ein qualitativ gutes Umfeld. Die Eltern werden erkennen, dass diese Schulform auch Spätzünder bis zum Abi bringen kann und eine richtige Alternative ist", sagt Cosar. Die Erfahrung lehre, dass die Anmeldezahlen immer zwischen den verschiedenen Schulen und Schulformen variiere. "Hier müssen sich die Schulen eben richtig positionieren. Da scheint die Karl-Kisters-Realschule ja den richtigen Weg zu gehen", kommentiert er die Prognosen zu den Anmeldezahlen. Er halte einen gesunden Konkurrenzkampf zwischen den Schulen für ganz natürlich. "Wichtig ist mir, dass alle unsere Schulen qualitativ auf hohem Niveau agieren", sagt er.

Deshalb werde die Stadt auch weiter in die Schulgebäude investieren, verspricht der CDU-Politiker. In die Sekundarschule an der Hofmannallee (bis jetzt Ganztags-Realschule), in das alte Sebus-Gymnasium für die Gesamtschule. Das schwierigste Problem sei allerdings die Sanierung des Komplexes Konrad-Adenauer-Gymnasium. "Hier müssen wir immer noch darüber nachdenken dürfen, ob nicht ein Neubau die sinnvollere Möglichkeit ist. Aber zumindest das Winterproblem haben wir im Griff", sagt er. Die Fenster sind also dicht.

Michael Bay, Schulpolitiker und Sprecher der Grünen im Rat der Stadt unterstreicht, dass der Rat einstimmig ein vielfältiges und erweitertes Schulsystem beschlossen habe, das es deshalb auch zu bewahren gelte. "Wenn es nötig sein sollte, müssen wir die neuen und zusätzlichen Schulformen Sekundar- und Gesamtschule in Kleve fördern", sagt er. Der Grünen-Sprecher betont weiterhin, dass nicht allein "investiert" wird: "Wir müssen jetzt endlich die in den Haushalt gestellten Gelder wirklich verbauen. Es darf bei der Sanierung der Schulen keine Verzögerungen geben". Denn eins sei klar: Guter Unterricht brauche auch gute ausgestattete Schulen. Wie Cosar plädiert auch er für die zügige Umsetzung der Arbeiten an der Hoffmannallee und am alten Sebus-Gymnasium.

(RP)