Raub und Prügelei beim Goldschmied in der Klever Innenstadt

Raubüberfall : Hier kämpfte er um sein Gold

Rumänen haben am Mittwoch den Goldschmiedemeister Markus Breuckmann beraubt. In und vor seinem Geschäft auf der Kavarinerstraße kam es zu einer wilden Prügelei. 10.000 Euro waren die Schmuckstücke wert.

Die Spuren sind auch drei Tage später noch zu sehen. An einem Schaukasten hängt die Glasscheibe daneben. Die Eingangstür hat etliche Kratzer und die sonst saubere, weiße Wand ist mit schwarzen Striemen überzogen. Es ist das Geschäft des Klever Gold- und Silberschmiedemeisters Markus Breuckmann. Der 47-Jährige sitzt in dem Verkaufsraum des historischen Hauses und wirkt zumindest gelassen. Eine Tasse Ingwertee steht vor ihm. Hier wurde Breuckmann von zwei Rumänen überfallen. Seinen rechten Arm kann er nicht bewegen, die Schulter schmerzt. Die Verletzung zog er sich zu, als er einen der Diebe verfolgte und sich auf ihn warf. Der spektakuläre Fall hat in Kleve Aufsehen erregt. Der Postbote kommt rein und fragt: „Und alles verkraftet?“

Markus Breuckmann arbeitet lange in der gehobenen Goldschmiedekunst. xxxx legte er seine Meisterprüfung ab, seit fünf Jahren führt er einen eigenen Betrieb auf der Kavarinerstraße. Ein Blick auf die Stücke in seinem Schaufenster mit den danebenstehenden Preisschildern macht deutlich, in welcher Liga der Schmuck-Designer unterwegs ist. Trotz des exquisiten Angebots hatte er nie Sorgen, dass er überfallen wird. Mittwoch war es dann so weit.

Sie kamen um 12.30 Uhr und zu zweit. Als Vater und Sohn gaben sie sich aus. Der Mann im Anzug und mit glänzenden Lackschuhen. Allein seine Goldzähne fielen auf. Beide sprachen gebrochen Deutsch. „Der Vater sagte, seine Tochter habe eine Prüfung bestanden, und er suche ein Geschenk für sie“, erzählt Breuckmann. Der zweite Satz war: „Geld spielt keine Rolle.“ Die Rumänen ließen sich ausschließlich Goldschmuck zeigen. Ein Ring im Wert von 5000 Euro, ein Armband von 4000 Euro, Silber oder wertvolle Steine waren völlig uninteressant. Um an die gewünschten Stücke zu kommen, muss Breuckmann eine lange Scheibe einer Vitrine zur Seite schieben. Am Ende hatte sich das Duo Kostbarkeiten im Wert von 10.000 Euro ausgesucht. Die sollten aber nicht in eine hochwertige Geschenkdose verpackt werden. Die Tochter wüsste sonst zu schnell, was sie da bekommt. Auch als es darum ging, die Rechnung zu begleichen, blieben die Zwei völlig gelassen. Der Vater zückte eine Visa Gold Card und wollte dennoch lieber Geld ziehen gehen. Er könne mit der Kreditkarte ohnehin nur bis zu 4000 Euro verfügen und verließ das Geschäft.

Einmal bei Breuckmann zum Einkaufen unterwegs, packte der Sohn noch zwei Uhren und einen Ring dazu. Als auch diese Teile auf keinen Fall eingepackt werden sollten, war dem Goldschmiedemeister klar, dass etwas nicht stimmt: „Der Sohn wollte ebenfalls das Geschäft verlassen, um Geld zu holen. Da habe ich ihm den Weg verstellt und die Tür zugehalten. Er ist völlig ausgeflippt.“ Straßenkampfähnliche Szenen spielten sich in dem Geschäft ab. Eine wilde Schlägerei, bis der Rumäne es schaffte, die Tür zu öffnen. Passanten stoppten den Mann und Breuckmann warf sich auf ihn. Plötzlich sprach er sehr gut Deutsch und kannte sich sogar mit der deutschen Rechtsprechung aus: Er sei erst 17 Jahre, man dürfe ihn nicht schlagen. Der Geschäftsinhaber schätzt den Täter jedoch auf 24 bis 25 Jahre. Nahezu ein Wunder war für den Schmiedemeister, als er nach dem Eintreffen der Polizei dem Dieb die Kostbarkeiten aus den Taschen zog. „Ich war mir völlig sicher, dass die noch in dem Beutel im Geschäft sind.“ Wie später auffiel, hatte der Vater zwei goldene Ringe und Ohrstecker im Wert von xxxxxx Euro gestohlen. Schmuck, der längst verarbeitet sein dürfte. Golddiebe schmelzen ihre Beute teilweise bereits im Fluchtauto ein

Die zwei Räuber sind der Polizei bekannt. Sie gehören zu rumänischen Clans, die in Dortmund campieren. Der polizeibekannte jüngere Täter sitzt in Untersuchungshaft. Der vermeintliche Vater konnte fliehen. Für Markus Breuckmann war es lange Zeit nicht klar, mit wem er es da zu tun hat. „Man konnte es den Zweien nicht ansehen.“

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