Kleve: Ratsmehrheit will Minoritenplatz-Bau

Kleve : Ratsmehrheit will Minoritenplatz-Bau

Zukunftswerkstatt von RP und Volksbank: Nahezu alle Parteien wollen eine stimmige Bebauung, auch Architekten sehen großes Potenzial. Kritik gibt es am derzeitigen Bebauungsplan, spannend bleibt die Frage nach Sontowski.

Der kleinste gemeinsame Nenner sämtlicher Ratsparteien derzeit: Der Minoritenplatz soll seine Zukunft nicht länger als Parkplatz fristen.

Der kleinste gemeinsame Nenner ohne die Offenen Klever (OK) derzeit: Die Innenstadt soll durch eine stimmige Bebauung, die deutlich kleinteiliger als die bisherigen Planungen von Sontowski ausfällt, abgeschlossen werden. "Minoritenplatz - wie geht es weiter nach der Wahl?" war das Thema der Zukunftswerkstatt von RP und der Volksbank Kleverland, an der neben den Architekten Werner van Ackeren und Gunnar Ader sowie Projektentwickler Heinz Sack auch die Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Gebing (CDU), Fabian Merges (OK), Hedwig Meyer-Wilmes (Grüne), Daniel Rütter (FDP) und Petra Tekath (SPD) teilnahmen.

"Die Fläche ist historisch nie ein Platz gewesen", meint Architekt Werner van Ackeren. Dieser würde ohne eine sinnvolle bauliche Umfassung auch keine Attraktivität erzeugen, pflichtet ihm Kollege Gunnar Ader bei. Beide Architekten waren Teil des Workshopverfahrens, kennen sich mit der Materie also aus. "Dort ist eine sehr schöne Bebauung aus Wohnungen und Geschäften möglich", sagt Ader. Gerade ersteres soll wieder mehr in den Fokus der Überlegungen rücken. "Wohnraum in der Stadt ist im Gegensatz zu dem, was Sontowski entwickeln wollte, ganz entscheidend", meint Heinz Sack. Dabei müsse man aber sehr sensibel aufpassen, mahnt die Grünen-Fraktionsvorsitzende Hedwig Meyer-Wilmes: "Da muss architektonisch etwas Leichtes und Tolles hin. Die Planungen sollten wir aber nicht auf die lange Bank schieben." Das bekräftigt auf Wolfgang Gebing (CDU): "Wir wollen mit dem Bau innerhalb der kommenden sechs Jahre beginnen. Das war nicht nur Teil unseres Programms, sondern auch der Vereinbarung, die wir mit den Grünen geschlossen haben."

Dafür muss aber erst ein Schritt nach dem nächsten gemacht werden. "Für uns geht es als nächstes darum, Sontowski sauber zu Ende zu bringen", sagt Daniel Rütter von der FDP. Die Frage, die noch im Raum steht, ist, ob das ohne weitere Kosten möglich ist. Dies sei der Fall, wie juristische Berater der Stadt in der Vergangenheit betont haben. Aber was, wenn der Investor noch einmal ein neues Konzept vorlegt, das deutlich kleinteiliger daherkommt als bisher?

Wie genau die neue Bebauung des Minoritenplatzes aussehen könnte, wolle man aber erst entscheiden, wenn Rathaus und Volksbank einen optischen Eindruck des Areals bieten, meint Petra Tekath (SPD): "Wir als Laien können uns das auf Plänen ja nicht so detailliert vorstellen, wie es vielleicht Architekten möglich ist."

Die einzige Fraktion, die sich generell gegen eine Bebauung ausspricht, ist die der OK. "Für uns ist ein Ereignisplatz immer noch ein Thema", sagt Fabian Merges. Auf die Frage nach der konkreten Nutzung eines solchen Platzes, nennt Merges etwa den Rathaussturm. Ein Vorschlag, der bei den anderen Fraktionen auf wenig Gegenliebe stößt. "Wir haben bereits viele Plätze in Kleve, die nicht genutzt werden. Wir brauchen doch nicht noch einen Platz", sagt Wolfgang Gebing.

Einig sind sich alle Fraktionen darüber, dass der derzeitige Bebauungsplan des Gebiets einer Überarbeitung bedarf. Zwar gebe es keinen akuten Handlungsbedarf, weil sich die betroffenen Grundstücke in städtischer Hand befinden. Den zukünftigen Entwicklungen müsse aber zu gegebener Zeit Rechnung getragen werden. Der momentante Plan ist zwar beschlossen, er besitzt aber noch keine abschließende Gültigkeit, weil die Klage eines Bürgers anhängig ist.

(lukra)
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