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Kleve: Rathaus wird gebaut

Kleve : Rathaus wird gebaut

Mit großer Mehrheit entschied sich der Rat der Stadt Kleve in nichtöffentlicher Sitzung für einen der beiden Investorenvorschläge. FDP, OK und Linke stimmten dagegen. Beschwerde gegen das Vergabeverfahren.

Die Stadt Kleve wird ein neues Rathaus nach Variante C bekommen. Mit großer Mehrheit entschieden sich die Fraktionen von CDU, SPD und Grüne für einen der beiden Investorenvorschläge, die beide ein Rathaus für insgesamt rund zwölf Millionen Euro vorsehen. FDP, Linke und OK stimmten dagegen.

"Der Rat hat sich für ein neues Rathaus entschieden, das im Gegensatz zur Sanierungsvariante mehr Neubau bieten wird. Gerne würde die Stadt den Entwurf, Kosten, Namen und weitere Fakten erläutern. Da aber Mittwoch eine Vergabekammer-Beschwerde von einem der unterlegenen Bieter eingegangen ist, können wir dies heute noch nicht tun", sagte gestern Kleves Kämmerer Willibrord Haas.

Außerdem könne ein solches Verfahren zu einer Bauverzögerung von fünf Wochen bis zu drei Monaten führen, sagte Haas. Die Stadt werde aber alle internen Vorbereitungen für den Bau des Rathauses treffen, so Haas weiter. Damit sind beispielsweise die Container gemeint, die die Verwaltung bald am Bahnhof aufnehmen werden. Haas versicherte auch, dass die Stadt die Baumaßnahmen wieder europaweit ausschreiben müsse.

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Janssen: Eine gute Entscheidung

Der Rat habe zwischen zwei Vorschlägen wählen können, die man beide guten Gewissens verwirklichen könne. Letztlich hätten wirtschaftliche Aspekte der Architektur den Ausschlag gegeben, sagten gestern CDU-Stadtverbandschef Jörg Cosar und CDU-Fraktionschef Udo Janssen. Über die Optik lasse sich gewiss noch verhandeln, so Cosar. Janssen: "Wir haben eine gute Entscheidung getroffen, auf die man aufbauen kann."

Michael Bay von den Klever Grünen sieht in der ausgewählten Version die richtige Lösung für Kleve. Schließlich hätten im Werkstattverfahren zwei Drittel der Bürger mit den Varianten C und B für den Erhalt des Standortes gestimmt. "Das setzen wir jetzt auch um. Für uns ist das eine demokratische Vorgabe", so Bay weiter.

In dem jetzt ausgewählten Bau seien Bürgerbüro und Stadtmarketing untergebracht, der energetische Standard sei erheblich besser. "Wir bekommen einen Neubau in erheblich höherer Qualität, sparen die Mietkosten für die ausgelagerten Bereiche", rechnet der Grüne, der in dem ausgewählten Bau viele Kriterien nach Variante C erfüllt sieht.

Alexander Frantz, Fraktionschef der SPD, ist zufrieden mit der jetzt getroffenen Entscheidung — auch wenn die erstaunliche Kostendifferenz zur ursprünglichen Schätzung noch geklärt werden müsse. Der Bau stimme im Wesentlichen architektonisch und städtebaulich mit der Planung von Variante C überein. "Es haben sich viele auch aus diesen Gründen für C entschieden. Es sieht jetzt nach einer wirklich guten Lösung aus", sagte Frantz.

(RP/jul)