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Kleve - mit neuer Abstimmung: Rathaus kostet über 11 Millionen Euro

Kleve - mit neuer Abstimmung : Rathaus kostet über 11 Millionen Euro

Die Politik diskutiert derzeit zwei Modelle, über die in der Ratssitzung nächste Woche entschieden werden soll. Die Kosten für das neue Rathaus nach Variante C liegen deutlich über den ursprünglich veranschlagten 8,3 Mio. Euro.

Nach einer schier endlosen Suche nach Investoren liegen der Politik jetzt zwei Varianten über den Rathaus-Neubau in Kleve vor. Beide Investoren wollen große Teile des vorhandenen Rathauses abreißen. Den Abriss hatte ein Ratsbeschluss möglich gemacht, da die Grundsanierung in etwa gleicher Preislage auf harten Widerstand der Politik gestoßen und daher nicht zu realisieren war.

Beide Investoren werden wohl den langen, später an das Kloster angebauten Krankenhaus-Riegel abreißen. Er soll in den gleichen Ausmaßen auch wieder aufgebaut werden. Die Kosten für das Projekt liegen bei beiden Investoren zwischen elf und zwölf Millionen Euro.

Bei der Anordnung der Gebäudeteile Rathaus, Ratssaal und altes Waschhaus halten sich beide Entwürfe an die von den damaligen Planern der Variante C vorgegebenen Baugrenzen, die denen des heutigen Rathauses entsprechen. So bleibt immerhin die städtebauliche Idee von der beim Bürgerentscheid gewählten Variante C erhalten.

Bewertungsmatrix

Bei den Fassaden und der Gebäudehöhe unterscheiden sich die vorliegenden Investoren-Entwürfe deutlich. Der eine ist ein moderner Bau mit Passage zwischen den künftigen Rathausplätzen und markantem Kopfbau. Der andere wirkt gedrungener und verzichtet auf die Passage zwischen den Plätzen, orientiert sich dafür an den historischen Ausmaßen.

Beurteilt wurden beide Varianten nach einer "Bewertungsmatrix" durch die die Stadt beratenden Büros. Diese vergeben eine Punktzahl, die sich aus 50 Prozent Städtebau und 50 Prozent Wirtschaftlichkeit zusammensetzt. Jetzt muss der Rat entscheiden, welcher der beiden Entwürfe, wenn ja, gebaut werden soll.

Neubaustandard

Im Vergleich zur Variante C wird der neue Bau erheblich teurer: Hier lag der fiktive Preis für die Sanierung des alten Rathauses bei 6,1 Millionen Euro, mit Außenanlagen bei 8,3 Millionen Euro. Die komplette Anlage neues Rathaus in den Vorschlägen der Investoren liegt bei rund 12 Millionen Euro. Letztlich sind die jetzt vorliegenden Entwürfe der beiden Investoren zum größten Teil ein Neubau mit entsprechendem Neubau-Standard. Das heißt, blickt man auf das Unterstadtverfahren zurück, bekommt der Bürger die gewählte Variante C – allerdings mit einem abgerissenen und wieder aufgebauten Rathaus.

Damit behält der Planer der einstigen Variante B recht, der in einen der spannenden Foren des Werkstatt-Verfahrens in der XOX-Fabrik prophezeit hatte, dass man eigentlich abreißen und neu wieder aufbauen müsse.

Die Kosten für die Variante B lagen damals übrigens bei 11,7 Millionen Euro für das Rathaus und bei 14,8 Millionen Euro für die gesamte Anlage (nachzulesen im Begleitheft zur Bürgerbefragung). Angesichts dieser Kosten-Rechnung müssten sich die die Stadt beratenden Büros Niemann und Steege und Kamphausen die Frage gefallen lassen, wie die 6,1 Millionen Euro für die Sanierung nach Variante C denn gerechnet und abgesegnet wurden.

(RP/jul)