Kleve: Rathaus: Kleves altes Kloster

Kleve: Rathaus: Kleves altes Kloster

Die Diskussion um Sanierung, Neubau oder Sanierung mit neuem Anbau für das Klever Rathaus ist eröffnet. Stadtführerin und Grünen-Ratsfrau Wiltrud Schnütgen schaute ins Mittelalter - ein Blick möglicher zurück nach vorn.

"Ganz unabhängig von der Nutzung als Rathaus ist es reizvoll, sich gerade an dieser Stelle auf die mittelalterliche Stadt zu besinnen", sagt Wiltrud Schnütgen. Als Stadtführerin und Literaturwissenschaftlerin ist die Grünen-Ratsfrau eine profunde Kennerin dieser für Kleve so wichtigen Epoche. Schnütgen ist jetzt in die Geschichte des Klosters eingetaucht und hat versucht, das alte Kleve mit dem neuen modernen Kleve in Einklang zu bringen.

Denn das Rathaus ist ein Krankenhaus, ist ein Kloster. Jetzt ist das Rathaus Wahlkampfthema. Am Tag der Wahl könnte ein ganz neues Kapitel in der wechselvollen Geschichte des Gebäudekomplexes unterhalb der Minoritenstraße aufgeschlagen werden. Ein Rathausneubau an anderem Ort würde wohl das Ende der langen Klostergeschichte bedeuten, eine Sanierung den Zustand erhalten und eine Kernsanierung mit möglichem Neubau wieder an altes, mittelalterliches Kleve erinnern können. Das Minoritenkloster, seit dem 13\. Jahrhundert in Kleve, hatte ursprünglich einen nach allen vier Seiten geschlossenen Innenhof. Die Seiten sind sogar bis heute in ihren Rudimenten erhalten: Am Kopf steht die Kirche mit dem Klosterflügel, den von wenigen Jahren Werner van Ackeren sorgfältig restauriert hat: Hier ist noch ein Rest des alten Kreuzganges erhalten. Dann das eigentliche Rathaus, das aber heute viel länger ist, als einst der Klosterflügel. Und nicht zuletzt das schöne Josefshaus, dessen Ecke, so Schnütgen, sogar das einstige Karree schloss.

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"Platz unbedingt berücksichtigen"

Bei ihrem Vorschlag, sich bei der Unterstadtplanung auf dieses alte Stück Kleve zu besinnen, ist Schnütgen nicht die Wahlkämpferin, die nur den Grünen-Vorschlag durchspielt, hier das Rathaus unterzubringen. "Das wäre zu schade, denn man sollte diesen Platz in Kleve in allen Varianten berücksichtigen",sagt sie. Man müsste das jetzige Rathaus auf seine historische Länge verkürzen und eine neuen Querbau bis zum Josefshaus bauen, um das einstige Karree wieder zu schließen und den einmaligen Innenhof zu erreichen. Saniert man den Rest des heutigen Rathauses historisierend, so die Grünen-Politikerin, dann wäre dies das neue Rathaus, es wären auch kleinere Geschäfte denkbar. "Wichtig sind Durchgänge an allen vier Seiten: Klosterpforte, Josefshaus/Kotters, Passage am neuen Quertrakt, Passage durch den jetzigen Rathauseingang", so die Klever Stadtführerin. Politisch ist der Vorschlag, das jetzige Rathaus in Kleve so zurück und neu zu bauen, dass die mittelalterliche Struktur wieder sichtbar wird; die Grünen-Linie für die Rathaus-Diskussion. Das Rathaus ließe sich auch mit dem neuen Quertrakt und einer Kernsanierung bestens auf die wirklichen Bedürfnisse zuschneiden, war sich die Grünen-Fraktion im RP-Gespräch einig.

(RP)
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