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Bedburg-Hau: Rat: Bedburg-Hau spart bei den Vereinen

Bedburg-Hau : Rat: Bedburg-Hau spart bei den Vereinen

Es war eine Sitzung, die ihresgleichen suchte und bei der sich die Zuschauer fragten: Geht es bei der Diskussionsrunde noch um das Wohl der Gemeinde oder nur noch um Parteipolemik? Fest steht, der Bedburg-Hauer Rat hat am Dienstag Sparmaßnahmen beschlossen, die in erster Linie die Vereine betreffen. Ausgenommen wurden die Matinee, die Übungsleiterzuschüsse, ein runder Tisch und der Geburtenwald.

Dadurch spart die Gemeinde Bedburg-Hau etwa 7000 Euro bei den freiwilligen Leitungen, die insgesamt 61530 Euro betragen, wie Kämmerer Georg Fischer berichtet. Allerdings gilt der Beschluss nur für das laufende Jahr. Das heißt: Im nächsten Jahr muss neu abgestimmt werden, ob und wie viel gekürzt wird.

Zu Lasten geht diese Sparliste der Vereine und Institutionen, die mehr als 250 Euro von der Verwaltung im Jahr bekommen. Dazu gehört zum Beispiel die Unterstützung der Altentagesstätten, die nun 3400 statt 5400 Euro bekommen. Auch die vier großen Sportvereine – der SV Bedburg-Hau, die SGE Bedburg-Hau 05, der SSV Louisendorf und Rheinwacht Erfgen – müssen sich umstellen. Ihre Förderung wird in den nächsten fünf Jahren von 75 auf 50 Prozent reduziert. "Wenn ein Verein beispielsweise ein Betriebsergebnis von 10 000 Euro hat, bekommt er derzeit 7500 Euro von der Verwaltung. Im nächsten Jahr sind es dann 7000, dann 6500 Euro und so weiter. Fünf Prozent pro Jahr", so Fischer.

Diese Rechnung sorgte im Vorhinein für Zündstoff. Eduard Großkämper, Vorsitzender der SGE, bat in der Einwohnerfragestunde auch noch einmal um ein Gespräch. Es nützte nichts. "Es ist unangenehm, aber wir können es nicht schon wieder vor uns herschieben", sagt Silke Gorißen, Fraktionsvorsitzende der CDU. Auch Bürgermeister Peter Driessen war froh, dass die Sache erst einmal vom Tisch ist.

Immer wieder auf der Tagesordnung steht hingegen das Thema "Ortsvorsteher" – abgelehnt. Den Antrag der FDP, die pauschale Aufwandsentschädigung für Ratsmitglieder zu einer Kombination von geringerer Pauschale und Sitzungsgeld zu ändern, wurde ebenfalls abgelehnt. Genauer gesagt wurden die gesetzlich benötigten 15 Stimmen mit elf Ja-Stimmen, zehn Gegenstimmen und sieben Enthaltungen nicht erreicht. Es war eine geheime Abstimmung, beantragt von der CDU. "29 000 Euro hätte die Gemeinde dadurch sparen können. Ich bin sehr enttäuscht. Der Rat spart bei den Vereinen, aber nicht bei sich selbst", so Michael Hendricks von den Liberalen nach der Sitzung.

(RP)