Kleve: Rapper Azad beim Benefizkonzert für Jesiden

Kleve : Rapper Azad beim Benefizkonzert für Jesiden

Die Glaubensgemeinschaft der Jesiden macht im Kleverland auf sich aufmerksam. Sei es durch die Großdemonstration mit mehr als 2000 Teilnehmern im August, das Fest der Kulturen im Hubert-Houben-Stadion oder die Informationsveranstaltung im Kalkarer Gotteshaus.

Am Samstag hat das Jugendkomitee des jesidischen Kulturvereins Emmerich ein Benefiz-Konzert in Kleve gegeben, um Spenden für die Flüchtlinge zu sammeln, die von dem IS aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Als musikalischer Stargast des Abends hatte sich der jesidische Rapper Azad aus Frankfurt angekündigt. 350 bis 500 Besucher schätzt die Polizei, von bis zu 2000 sprechen die Veranstalter.

Zwei Kommiteemitglieder haben sich in der vergangenen Woche in die Türkei aufgemacht, um den Flüchtlingen vor Ort zu helfen. "Wir halten Kontakt. Vor allem den Kindern fehlt es an allem", sagt Bülent Bozan vom Komitee. "Die Menschen haben bereits viel Leid gesehen." Umso wichtiger sei es, dass gespendet werde.

"Wir benötigen jede Hilfe, die uns angeboten wird", sagt Bozan. Die Einnahmen sollen demnach komplett für Flüchtlinge eingesetzt werden, die gesamte Logistik wird vom Jugendkomitee finanziert. "Wir haben derzeit etwa 15 aktive Helfer im Komitee", sagt Hikmet Tuldari. Man wolle gemeinsam auftreten, nur so könne man etwas erreichen.

"Viele ältere Jesiden reagieren derzeit wie paralysiert. Darum liegt es vor allem an der Jugend, jetzt etwas zu bewegen", sagt Hikmet Tuldari. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, blieb es bei der Großveranstaltung, die sich von 16 bis 22 Uhr zog, friedlich. Auch bei den Aktionen und Demonstrationen zuvor war es stets ruhig geblieben.