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Rainer Zeitz hat als Krisenhelfer viel internationale Erfahrung

Krisenhilfe : „Diese Arbeit gibt viel zurück“

Rainer Zeitz ist ehrenamtlicher Krisenhelfer. Im Oktober geht es für ihn wieder an die syrische Grenze. Bei dem Einsatz hilft er Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen und lehrt vor Ort den Umgang mit solchen Personen.

Das Ziel, Hilfe für Kinder und Familien in Katastrophengebieten zu leisten, treibt Rainer Zeitz an. Der Betriebswirt und Psychotherapeut betreibt eine eigene Praxis und doziert zudem an der FOM Hochschule in Neuss und Wesel. Doch er ist auch ehrenamtlicher Krisenhelfer. Im Oktober wird er wieder zu einem Brennpunkt der Welt, an die syrische Grenze, reisen. Der für Mitte April geplante Einsatz musste wegen der Corona-Krise verschoben werden.

Zeitz fährt seit vielen Jahren in Krisengebiete. Diesmal reist er mit der gemeinnützigen Hilfsorganisation „I.S.A.R. Germany“, die das Überleben und die Sicherheit von Kindern, Müttern und Schwangeren in Katastrophenfällen gewährleisten möchte. Vor Ort kümmert sich der 55-jährige Klever in Camps und Kliniken um Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen. Zusätzlich bringt er den Menschen bei, wie sie mit traumatisierten Mitmenschen umgehen sollten.

„Wenn man diese Bilder sieht, geht einem was durch den Kopf. Ich wollte einfach irgendetwas tun“, sagt Zeitz, der merkte, dass das vor allem am Ort des Geschehens möglich ist. „Natürlich sieht man viel Elend, aber man bekommt auch ganz viel zurück. Sowohl von den Patienten, als auch vom Team. Man darf ruhig zulassen, dass diese Arbeit auch Freude macht.“

Auch wenn er in Deutschland ist, will Zeitz auf dem Laufenden bleiben, wie es seinen ehemaligen Patienten ergeht, was aus ihnen wird, wo sie mittlerweile leben. Viele Freundschaften hat der Klever während seiner Reisen geknüpft. Ein syrischer Flüchtling zog mit seiner Frau und den zwei, später drei Kindern für zwei Jahre bei Rainer Zeitz ein. Er absolvierte Praktika, lernte Deutsch und arbeitet mittlerweile in einem Klever Krankenhaus. „Die Arbeit zahlt sich aus. Ich werde unterstützen, so lange ich kann“, sagt Zeitz.

In seinen Vorlesungen an der FOM Hochschule geht es im Bereich „Gesundheit und Soziales“ unter anderem um Gesundheits- und Sozialsysteme. Über jene in arabischen Ländern kann Zeitz dann aus erster Hand berichten. „Diese Arbeit möchte ich auch nicht missen“, sagt Zeitz. Einer seiner Studenten ist ebenfalls ehrenamtlicher Krisenhelfer und wird Zeitz im Oktober beim Einsatz in Syrien begleiten.

Durch seinen Beruf hat Rainer Zeitz gelernt, abzuschalten, wenn er Zuhause ist. Das muss er wohl auch. Denn nicht nur ist er Krisenhelfer, Dozent und Psychotherapeut, er ist auch kaufmännischer Direktor der Palette Sozialservice gGmbH, eine Tochtergesellschaft des Caritasverbandes Kleve, und im Vorstand verschiedener sozialer Organisationen. Und alle Tätigkeit verfolgt er mit Leidenschaft und Herzblut.

Foto: FOM

(capf)