Kleve: Querspange hat keine Priorität

Kleve : Querspange hat keine Priorität

Bürgerintitiative will Einstellung des Vorhabens. BUND sieht den Bau mit Blick auf die Umwelt-Bilanz positiv. Denkmalschutz will einen Rückbau der Tiergartenstraße. Für die CDU hat die Ostumgehung Kellen Vorrang.

Der Fahrplan für die Bürgerinitiative (BI) gegen die Querspange steht: Noch vor den nächsten Sitzungen von Bau- und Planungsausschuss sowie Rat Kleve will man aktiv bleiben, heißt es in einem Rundschreiben. Zuvor hatte Dr. Karin Knottenberg für die Initiative einen Antrag an das Ministerium für Stadtentwicklung Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr gestellt, den Bereich Alter Tiergarten und neuer Tiergarten unter Denkmalschutz zu stellen.

Man befürchte, so Knottenberg, dass bei einer möglichen Überbauung der Eisenbahnlinie das Gelände wesentlich erhöht werde und "die Lastwagen dann in Höhe der Baumkronen der Eichenallee" fahren, so die Ärztin in ihrem Schreiben. Weiter will die Initiative das Gespräch mit CDU und Grünen suchen und den BUND zur Stellungnahme gegen die Querspange bewegen.

CDU rückt ab

Bestärkt fühlt sich die Bürgerinitiative von der Mehrheitsfraktion im Rat der Stadt, der CDU. Die rückt inzwischen langsam vom Vorhaben Querspange ab. CDU-Fraktionschef Udo Janssen sieht keine Eile, das Vorhaben voranzutreiben. Eher im Gegenteil: "Die Querspange steht bei uns zurzeit in der Prioritätenliste nicht oben und wird von uns zurzeit nicht aktiv betrieben", sagte er gestern im Gespräch mit der RP. Hintergrund: Die Klever CDU will auf keinen Fall das Vorhaben Umgehung Kellen gefährden. "Die Ostumgehung in Kellen betrachten wir als dringend und unbedingt notwendig", sagt Janssen.

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Beim BUND hingegen setzt man weiterhin auf die Querspange als Teil einer Umfahrung Kleves, die man im Vorfeld in einen klaren Zusammenhang zur Ostumgehung gesetzt hatte. "Der Landesbetrieb Straßen plant die B 9/Querspange und überlässt die Tiergartenstraße der Stadt. Denkmal-Bilanz und Umwelt-Bilanz sind positiv - aber nur, wenn die Tiergartenstraße zurückgebaut wird", schreibt Karl-Heinz Burmeister vom BUND.

Ähnlich steht der Denkmalschutz zu dem Verfahren. Der hat auch schon konkrete Vorschläge für das Vorhaben: Das Amt für Denkmalpflege fordert für den Neubau den Rückbau der Tiergartenstraße, damit die heutige Situation der historischen Parkanlage verbessert werden kann, heißt es in einem Schreiben des LVR. Die Straße soll nicht komplett entsiegelt werden, um die historische Wegeverbindung weiterhin ablesbar zu machen.

Aus gartendenkmalpflegerischer Sicht sollen entlang der zurück zu bauenden Tiergartenstraße Lindenbäume gepflanzt werden. Die Nebenflächen der neuen Straße sollen nicht mit Laubbaumhochstämmen oder Strauchwerk bepflanzt werden, um nicht die landschaftsprägende Wirkung der historischen Eichenallee zu beeinträchtigen.

(RP/jul)
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