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Kleve: Queekendorf außer Rand und Band

Kleve : Queekendorf außer Rand und Band

Beim traditionellen Rosenmontagszug am Vormittag in Keppeln feierten mehr als 10 000 Karnevalisten den närrischen Sessionshöhepunkt. 35 Wagen und Fußgruppen zogen bei strahlendem Sonnenschein durch das Queekendorf.

Schon Kilometer vor dem Ortseingangschild sah man sie fröhlich singend in Richtung Dorfplatz pilgern: als Piraten, Hexen oder Gorillas verkleidet. Und mit Mini-Spiderman und Biene Maja als Anhang im Bollerwagen. Denn wie nicht anders zu erwarten, bildeten Autos auf den Grünstreifen der Keppelner Straße (L 457) und Klever Straße (L 362) kilometerlange Schlangen.

Der Fußweg zum traditionellen Rosenmontagszug in Keppeln war also Pflicht, war man nicht schon eine Stunde vor Zugbeginn angereist, oder gar selbst Dorfbewohner. Doch da die Sonne den gesamten Vormittag wie bestellt für die Karnevalisten schien, störte sich niemand am kleinen Marsch zum Zug. Schließlich gab es als "Entschädigung" jede Menge Kamelle und Popcorn, viele bunte Mottowagen und noch viel mehr ausgelassene Feierstimmung.

Wieder einmal hatte der von der Karnevalsgesellschaft "Queekespiere" in Keppeln organisierte Zug zahlreiche Menschen aus dem gesamten Kreisgebiet in das beschauliche 1600-Seelen-Dorf gelockt. Das Motto der 1949 gegründeten KG lautete: "66 Joar Gedrüss, een Komplemänt ant Möökeshüss!"

 Tolle Kostüme und eine fantastische Stimmung prägten das Bild des Keppelner Straßenkarnevals. Mit dabei: die Gruppe Märchenwald als Pfauen-Rudel (von links).
Tolle Kostüme und eine fantastische Stimmung prägten das Bild des Keppelner Straßenkarnevals. Mit dabei: die Gruppe Märchenwald als Pfauen-Rudel (von links). Foto: Stade. Klaus-Dieter (kds)

Nachdem Zugleiter Dieter Kalbfleisch fast pünktlich das Startsignal gegeben hatte und sich die 35 Wagen und Fußgruppen in Bewegung setzten, gab es auf den Bürgersteigen und Straßen längst kein Durchkommen mehr, so dicht gedrängt standen die Zugbesucher am Straßenrand und warteten auf den närrischen Lindwurm. Die Wagenbauer hatten ihrer Kreativität indes wieder einmal freien Lauf gelassen und präsentierten den begeisterten Besuchern gleichwohl bunte, als auch fantasievolle Zugwagen. Ein besonders beliebtes Motto waren in diesem Jahr Comic- und Zeichentrickserien. Die Katholische Landjugendbewegung Uedem huldigte mit ihrem Wagen beispielsweise Pippi Langstrumpf, die Jugendgruppe Niedermörmter feierte Lucky Luke als ihren Helden.

Einen besonderen Gruß in Richtung Jogi Löw und die Deutsche Fußballnationalmannschaft richtete der Reiterverein von Bredow Keppeln mit seinem Wagen. "Die Fußballer haben die WM gerockt, die Reiter haben's voll verbockt", prangte nebst überdimensional großem WM-Pokal auf dem Wagen des Reitvereins.

Für einen politischen Mottowagen hatten sich die "Hobbyflexer" entschieden. In Anspielung auf die schier unendliche Geschichte des neuen Hauptstadt-Flughafens lautete ihr Motto: "Die Hobbyflexer in BER-Mission, Fertigstellung in der nächsten Session". Auch der Hein-Duck-Dich-Club bediente ein aktuelles politisches Thema. "Tom & Jerry sind neutral, für Islamisten keine Qual."

Schorsch Fröhlich, der den Zug von einem Wagen in Nähe der Kirche moderierte, freute sich über das tolle Wetter und die vielen Besucher: "Das ist der Wahnsinn, es ist wieder sehr voll geworden. Ich tippe auf 10 000 bis 14 000 Besucher."

Nachdem der Zug ein zweites Mal seine Runde durch das Dorf machte, wurde natürlich weitergefeiert: sowohl bei Mettwurst Thoenes als auch auf dem Vorplatz an der Begegnungsstätte "Zur Dorfschule".

(RP)