Prozess in Kleve: Fünfeinhalb Jahre Freiheitsstrafe für Kalkarer

Kleve : 52-jähriger Kalkarer Dealer belieferte die „Kings von Goch“

Drogen: 52-jähriger Kalkarer am Landgericht Kleve zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt.

Weil er kiloweise Marihuana an ein Dealerpärchen aus Goch verkauft haben soll, ist ein 52-jähriger Niederländer aus Kalkar am Montag zu einer Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren verurteilt worden. Die zweite große Strafkammer des Klever Landgerichts verurteilte den Angeklagten wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in elf Fällen.

Laut Urteil soll der 52-Jährige Kalkarer  seit dem Monat Juni 2017 ein Gocher Dealer-Pärchen – das sich in einschlägigen Kreisen den Namen „Kings von Goch“ verdient hatte – mit Marihuana versorgt haben. Jeweils 500 Gramm seien es bei den ersten beiden Lieferungen gewesen, danach jeweils ein Kilogramm, so lautete das Urteil. Das Gocher Pärchen, das das Marihuana – neben weiteren anderen Drogen – weiterverkaufte, ist bereits im Januar zu fünfjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden.

Durch Überwachungsmaßnahmen und schließlich die Aussagen der bereits verurteilten Gocher waren die Ermittler auch auf den Niederländer aus Kalkar gestoßen. Dieser hatte am Montag allerdings lediglich den Besitz von rund 500 Gramm Marihuana eingeräumt, die im Rahmen einer Durchsuchung in seiner Kalkarer Wohnung sichergestellt worden waren. Das Rauschgift sei für den Eigenbedarf gewesen, so der Angeklagte – genauer gesagt zum Backen von Marihuanamuffins, die er mehrmals wöchentlich verzehrt habe.

Die Lieferungen an die „Kings von Goch“ stritt er jedoch ab. Dafür belastete ihn die bereits verurteilte Gocherin am Montag erneut: „Wir haben seit 2017 Gras bei ihm geholt, erst zweimal ein halbes Kilo, dann jeweils ein Kilogramm“, erklärte die 33-Jährige im Zeugenstand. Etwa einmal pro Monat habe man die weiche Droge von dem Niederländer in Kalkar bezogen, für ein Kilogramm zwischen 4700 und 5000 Euro bezahlt. Einmal habe der Niederländer ihnen gar 50 Kilogramm angeboten, weil ein anderer Kunde abgesprungen sei, so die Zeugin – eine Menge, die die „Kings von Goch“ jedoch nicht stemmen wollten.

Die drei Verteidiger des Niederländers bewerteten die belastenden Aussagen der Gocher Zeugin als unglaubwürdig und forderten Freispruch, abgesehen von den in der Wohnung sichergestellten 500 Gramm, für die der Angeklagte zu einer bewährungsfähigen Strafe zu verurteilen sei.

Die Staatsanwaltschaft, die für den Niederländer fünf Jahre gefordert hatte, und schließlich die Kammer stuften die belastenden Aussagen der Zeugin jedoch als glaubwürdig ein.

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