Prozess gegen 33-jährigen Klever am Landgericht

Landgericht : Landgericht: Klever soll Ex-Freundin vergewaltigt haben

Am Klever Landgericht hat am Mittwoch ein Sicherungsverfahren gegen einen 33-jährigen Mann aus Kleve begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Vergewaltigung, sexuelle Nötigung sowie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte in Tateinheit mit Körperverletzung vor.

Der Angeklagte soll sich am 15. August 2018 auf dem LVR-Klinikgelände in Bedburg-Hau mit seiner Ex-Freundin getroffen und diese unter Androhung von Gewalt zu sexuellen Handlungen genötigt haben. Am nächsten Morgen soll er dann unbekleidet vor ihrer Wohnungstür in Bedburg-Hau gestanden haben und die Ex-Freundin – wiederum unter Androhung von Gewalt – in der Wohnung vergewaltigt haben. Zur Drohung soll er ein Klappmesser eingesetzt haben.

Auch am Morgen des 20. August stand der Beschuldigte wieder nackt und mit Klappmesser bewaffnet vor der Wohnungstür seiner früheren Lebensgefährtin. Wieder soll er nach Sex verlangt haben – allerdings gelang es der Frau diesmal, die Polizei zu informieren. Als die Beamten eingetroffen waren und in den Rucksack des Angeklagten schauen wollten, versetzte der Angeklagte einem der Beamten einen Faustschlag vor die Brust, woraufhin dieser zu Boden ging. Bei der Auseinandersetzung wurde eine Polizistin am Rücken verletzt. Erst durch den Einsatz von Reizgas konnten die Beamten den Mann schließlich festnehmen.

„Ihm war alles egal, er wollte nur seine Befriedigung“, sagte die  Ex-Freundin  im Zeugenstand. Sie habe versucht, die Übergriffe abzuwenden, jedoch aus Angst vor den angedrohten Konsequenzen aufgegeben. Schwierigkeiten mit dem ehemaligen Lebensgefährten habe es bereits vorher gegeben: Nach der Trennung 2017 habe er versucht, ihre neue Beziehung „mit allen Mitteln kaputtzumachen.“

Der 33-jährige Angeklagte hat sich  unter Ausschluss der Öffentlichkeit eingelassen. Sein Verteidiger hatte den Ausschluss beantragt, da der Angeklagte nicht öffentlich über seine Kindheit reden wollte. Eine Ermittlerin  erklärte im Zeugenstand, dass der Mann im Verhör eingeräumt habe, seine Ex-Freundin zu sexuellen Handlungen gedrängt zu haben. Aufgrund einer psychischen Erkrankung des Beschuldigten soll nach Darstellung der Staatsanwaltschaft nicht auszuschließen sein, dass der Mann die Taten im Zustand der Schuldunfähigkeit begangen hat. Sollte sich dies bestätigen, ist eine geschlossene und unbefristete Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus nach Paragraf 63 des Strafgesetzbuches zu erwarten. Der Prozess wird am 7. März um 10 Uhr fortgesetzt.