Kranenburg: Prinzenrolle – keiner beißt an

Kranenburg : Prinzenrolle – keiner beißt an

Die Kranenburger Karnevalsgesellschaft Krunekroane hat kein Oberhaupt für die neue Session. Die Hoffnungen, auf der Zielgeraden noch einen zu finden, sind gering. Statt Prinzenkür gibt's jetzt "nur" einen Karnevalsauftakt.

Seit 1954 gibt es die Kranenburger Karnevalsgesellschaft Krunekroane. Doch in der Session 2011/12 wird nichts mehr so sein wie vorher. Erstmals wird kein Prinz in der Grenzgemeinde gekürt. Für Krunekroane-Vorsitzender Thomas Hermsen ein herber Schlag, doch keinesfalls der Untergang des Frohsinns im Grenzgebiet. "Wir werden alle Veranstaltungen so durchziehen, als hätten wir einen Prinzen", sagt Hermsen. Dezente Einschränkung des Vorsitzenden: "Eine Prinzenkür gibt's natürlich nicht".

Zepter für Steins

Am Samstag, 12. November, wenn das neue Oberhaupt für die fünfte Jahreszeit im Bürgerhaus hätte ausgerufen werden sollen, gibt's jetzt statt der Kür "lediglich" den Karnevalsauftakt. Auf der Bühne stehen wird Ex-Prinz Thomas der Stimmungsvolle, das Zepter Bürgermeister Günter Steins überreichen, der dann ein Jahr darauf aufpassen darf.

Hermsen baut darauf, dass die Session 2011/12 eine einmalige bleibt: "Für das kommende Jahr haben wir mit Richard Peters einen Kandidaten, der gern Karnevalsprinz werden will." Was es hingegen in der bevorstehenden Session nicht mehr geben wird: Auf den Besuch des Prinzen und seiner Garde werden zahlreiche Veranstalter von Feten oder Karnevalssitzungen, aber auch Firmen und sonstige Einrichtungen vergeblich warten. Bis auf die Kindergärten und Schulen, zu denen eine Abordnung der Krunekroane kommen wird, gibt es keine weiteren Termine. Selbst das traditionelle Prinzentreffen wird im Bürgerhaus drei Wochen vor dem Frühschoppenzug am Sonntag, 29. Januar, stattfinden. Hermsen hat die Hoffnung nicht ganz aufgegeben, doch noch einen Vollblut-Karnevalisten zu finden, der die Prinzenrolle übernimmt: "Ich habe vorgestern Gespräche geführt. Doch haben bislang haben alle, mit denen ich mich unterhalten habe, abgesagt."

In dieser Session hat es den Anschein, als hätte der Job Karnevalsprinz in Kranenburg einen Hauch des Dr. Kimble-Mythos: Alle auf der Flucht.

(RP/jul)