Kranenburg.: Prinz Markus trifft "Günni vom anderen Stern"

Kranenburg.: Prinz Markus trifft "Günni vom anderen Stern"

Erst schien es, als träfen Welten aufeinander, doch Gegensätze ziehen sich bekanntlich an, und so hatte das Duell um den Schlüssel zum Kranenburger Rathaus zwischen dem karnevalistischen Oberhaupt Prinz Markus der Treffende und "Günni vom anderen Stern", alias Bürgermeister Günter Steins, doch ein gutes Ende.

Der Prinz hatte eine weite Reise hinter sich, denn er kam auf einem amerikanischen Riesen-Truck (mit gelbem Nummernschild) vorgefahren.

Mit seinem Funkenmariechen Julii entstieg er dem Landstraßen-Giganten, der unübersehbar und unüberhörbar den Kreisverkehr lahmgelegt hatte. Zur Unterstützung hatte Markus sein Gefolge, den Musikverein und Gardetänzerinnen mitgebracht. Etwa hundert Zuschauer hatten sich am Rathausvorplatz versammelt. "So ein Bürgermeister, der hat´s schwer", so der Prinz in einem Sprechgesang, während seine "Truppen" sich schunkelnd der Tür näherten. "Ihr seid also wild entschlossen, die Herrschaft zu übernehmen", stellte der Hausherr fest.

"Wir sollten erst Sondierungsgespräche aufnehmen, vielleicht wird es dann was im Juli". Der Prinz konterte, er arbeite nicht in der Politik, sondern in der freien Wirtschaft, da gehe es schneller. Erst einmal wolle er mit dem Bürgermeister Quartett spielen. Am Ende zog Günter den Schwarzen Peter, der Prinz die "Schlüsselkarte". "Günni vom anderen Stern" aber gab sich noch nicht geschlagen. Auch er hatte sich vorbereitet und formierte einige der besten Schützen von Kranenburg und forderte Markus, der Schütze ist, zum Wettschießen heraus.

Ratsmitglied Michael Baumann-Matthäus übernahm die Moderation und "geschossen" wurde auf Luftballons in den politischen Farben Rot, Grün, Gelb und Schwarz. Hier machte Markus seinem Beinamen alle Ehre und hatte die Nase vorn. Der Rat fasste den Beschluss "Kapitulieren, überlaufen, mitsaufen". Die Ortsvorsteherin Irmgard Hunselar überreichte Prinz Markus den Schlüssel zur Macht. Doch Markus, der nicht nur ein Herz für den Karneval, sondern auch für das Schützenwesen hat, wollte noch einmal schießen.

Hoch über dem Eingangsportal hing ein aufgerolltes Banner. Dieses traf der Prinz zielgenau, es entrollte sich und zu lesen war: "Mit Herz und Sonnenschein, ziehen wir ins Rathaus ein."

(RP)