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Pränatales Singen im Musikgarten Kranenburg

Neues Angebot für werdende Mütter im Kreis Kleve : Musik fürs Baby im Bauch

Als erste in der Region bieten die beiden Sängerinnen Gabriele Natrop-Kepser und Yvonne Lamik pränatales Singen an. „BabyBauchTöne“ heißt das neue Angebot für werdende Mütter und Väter im Musikgarten in Kranenburg.

Es geht ums Gefühl, um die Beziehung zum Kind und um die Freude am Singen. Die Rede ist von einem neuen Angebot für werdende Mütter (und auch Väter) im Kreis Kleve. Sie können ab sofort an dem Kursus „BabyBauchTöne – pränatales Singen für dich und für mich“ teilnehmen. Gabriele Natrop-Kepser und Yvonne Lamik vom Musikgarten Kranenburg bieten nach eigenen Angaben als erste dieses Angebot, dass das Institut für elementare Musikerziehung in Mainz vor zwei Jahren neu auferlegt hat, in der Region an.

„BabyBauchTöne“, was ist das genau? „Es geht darum, dass Mütter eine Beziehung zu ihrem ungeborenen Kind aufbauen. Es geht um die Kontaktaufnahme. Ums Singen und Tönen, um Lieder, Bewegung und Entspannung. Auch das richtige Atmen spielt eine große Rolle“, sagt Gabriele Natrop-Kepser. Sie ist ausgebildete Lied-­, Opern- und Oratoriensängerin sowie Mutter von drei Söhnen und betont: „Bei BabyBauchTöne geht es keinesfalls ums perfekte Singen oder um Leistung, vielmehr steht die Freude an der Musik und die Beziehung zum Kind im Vordergrund.“

Daran teilnehmen können werdende Mütter ab der 22. bis 25. Schwangerschaftswoche. „Irgendwann zwischen der 18. und 20. Schwangerschaftswoche bildet sich das Gehör des Ungeborenen. Von da an reagieren die Babys auf Stimmen und Musik“, sagt Natrop-Kepser. In acht Einheiten à 50 Minuten sollen die inhaltlichen Ziele – Freude am Singen, Tanzen und Musik, Körperwahrnehmung, Eltern-Kind-Bindung, Wiegen- und Streichellieder sowie Atmung – behandelt werden.

Aufgebaut ist der Kursus im Kranenburger Musikgarten wie folgt: Zuerst gibt es ein Begrüßungslied, anschließend gibt es Lieder zur Kontaktaufnahme. „Wir legen die Hände auf den Bauch, streicheln den Bauch, nehmen Kontakt auf“, sagt Lamik voller Vorfreude. Es folgt das Tönen. „Dabei lernen die Teilnehmerinnen unter anderem, wie man beim Atmen einen Ton macht“, erklärt Natrop-Kepser und ergänzt: „Es geht darum für das Kind zu singen und das Atmen zu vertiefen. Das unterstützt die Geburt, ist gut für die Wehen und die Öffnung.“ Natrop-Kepser weiß, wovon sie redet. Hat sie doch bei den Geburten ihrer drei Söhne selbst gesungen. Anschließend steht Bewegung zur Musik auf dem Programm, Lieder für die Mamis und Entspannung. „Auch das ist uns wichtig, die werdenden Mütter sollen sich bei uns wohlfühlen“, sagt Lamik, die selbst noch keine Mutter ist, aber es werden möchte. Das Ganze findet in den Räumen des Musikgartens an der Lindenstraße 4 in Nütterden statt. Natrop-Kepser: „Wir machen es uns hier bequem, auf Yoga-Matten oder Gymnastikbällen.“

Pränatales Singen ist im Übrigen nicht nur für die Mütter gut. Auch das Baby profitiert davon. Nach Angaben des Instituts für elementare Musikerziehung erhält ein Kind, das in einem Umfeld heranwächst, in dem die Stimme ganz natürlich eingesetzt und gesungen wird, Nährboden für die eigene Stimme. Je früher und intensiver wir mit Musik in Berührung kommen, desto stärker prägt sie sich uns ein und wird zu einem natürlichen Ausdrucksmittel.

Natrop-Kepser hat in all den Jahren als Sängerin und Lehrerin folgende Erfahrung gemacht: „Musik ist gut für die Sprachentwicklung. Die Kinder können schneller auswendig lernen, schneller Vokabeln lernen und komplizierte Satzkonstruktionen sprechen. Sie lernen Grundlegendes für die Schule. Es gibt eigentlich nichts Besseres als die Musik.“