Bedburg-Hau-Moyland: Politik steht hinter Moyländer Markt

Bedburg-Hau-Moyland : Politik steht hinter Moyländer Markt

Der Streit um den Weihnachtsmarkt am Schloss Moyland beschäftigt die Fraktionen im Gemeinderat Bedburg-Hau. Alle sind dafür, die Veranstaltung in ihrer jetzigen Form beizubehalten. Fraktionschefs fordern zeitnahe Gespräche.

Was Bürgermeister Peter Driessen in der Ratssitzung unter Punkt Mitteilungen vorbrachte, lässt die Bedburg-Hauer Politik aufhorchen. Es ist ein Streit darüber entbrannt, ob Vereine auf dem Moyländer Weihnachtsmarkt Buden mit Speisen und Getränken betreiben dürfen. Schlosscafé-Betreiber Gerardus Aalerdung hat exklusiv die Bewirtungsrechte für die Veranstaltung und offenbar angedroht, Schadenersatzansprüche zu stellen, falls die Gemeinde weiterhin die Vereine bei ihrem Speisenverkauf unterstützt.

Silke Gorißen, Fraktionsvorsitzende der CDU Bedburg-Hau, findet, dass sich die Gemeinde und Café-Betreiber Aaldering aufeinander zubewegen sollten. "Auf der einen Seite ist es Herrn Aalderings Recht, seine Ansprüche geltend zu machen, andererseits wäre es bedauerlich, wenn er nicht auch die Anliegen der Gemeinde unterstützen würde", sagt sie. Das Angebot der Vereine mit ihren Waffel- und Getränkeständen sei eine große Bereicherung für den Moyländer Weihnachtsmarkt.

"Wenn es die Stände der Vereine nicht mehr gäbe, hätte der Weihnachtsmarkt deutlich weniger Besucher. Das würde auch das Weihnachtsgeschäft von Herrn Aaldering schmälern", sagt Gorißen. Sie ist dafür, die Veranstaltung weiter so laufen zu lassen wie bisher. "Sonst würde man den Weihnachtsmarkt schwächen", betont die CDU-Chefin. Der Markt sei ein "Aushängeschild der Gemeinde, von dem alle profitieren, die Gemeinde, das Schloss, die Geschäftsleute und die Hoteliers. Deshalb sollten alle an einem Strang ziehen."

Auch die Bedburg-Hauer Sozialdemokraten haben ein "großes Interesse, dass der Weihnachtsmarkt in seiner bisherigen Form weiterbetrieben wird", so Fraktionschef Wilhelm van Beek. Er plädiert dafür, dass sich alle Beteiligten für Gespräche an einen Tisch setzen. "Prinzipiell", so van Beek, könne er Cafébetreiber Aaldering verstehen.

"Er ist ein Geschäftsmann, und die Bewirtung wurde ihm vertraglich zugesichert", sagt der Sozialdemokrat. Er gibt jedoch zu bedenken, "dass die Ehrenamtlichen den Moyländer Weihnachtsmarkt groß und zu dem gemacht haben, was er heute ist." Davon profitiere heute auch der Café-Betreiber. Die Ehrenamtlichen und die Vereine seien nach wie vor eine große Stütze, so van Beek.

Auch der Grünen-Fraktionsvorsitzende Heinz Seitz spricht sich dafür aus, den Weihnachtsmarkt in seiner jetzigen Form zu betreiben. Bei allem Verständnis für die Position von Café-Betreiber Aaldering - "man darf nicht vergessen, dass die Gemeinde und die Ehrenamtlichen sehr viel machen", sagt Seitz. Besonders denkt er an das Thema Parkplätze.

"Wenn es plötzlich keine Parkplätze mehr gibt, dann hat Herr Aaldering da auch nichts von", betont Seitz. Er sieht jetzt Bürgermeister Driessen in der Pflicht, das Gespräch mit dem Café-Betreiber zu suchen, "vielleicht lässt sich so bereits alles klären", sagt der Grüne-Chef. Er mahnt: "Die Zeit drängt."

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Michael Hendricks wünscht sich, dass in einem Gespräch zwischen Verwaltung, Politik und Aaldering ein Konsens gefunden wird. Falls das nicht gelingen sollte, müsse jeder mit den Konsequenzen leben. "Dann sollte die Gemeinde aber auch die Dinge in Rechnung stellen, die sie bis jetzt immer geleistet hat", betont Hendricks. Wenn es nach ihm ginge, müsse es jedoch nicht so weit kommen. "Die bisherige Form des Marktes mit den Buden der Vereine war für alle eine Win-Win-Situation", sagt Hendricks.

(RP)
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