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Planungsbüro will Kranenburger Ortskern wieder akttrativer machen.

Kranenburg : Hilfe für das Zentrum rückt näher

Ein Dortmunder Planungsbüro stellte sich im Ausschuss der Gemeinde Kranenburg vor. Es soll unter anderem den Prozess um die Situation auf der Großen Straße voranbringen. Neue Baugrundstücke in Frasselt und Schottheide.

Wenn einer an einer Stelle angekommen ist, an der er für ein Problem keine Lösung mehr sieht, heißt es häufig: Wir müssen das jetzt mal ganzheitlich betrachten. Ein Problem in Kranenburg ist weiterhin die Situation auf der Großen Straße. Michael Baumann-Matthäus (Bündnis 90/Die Grünen) ist ein gestandenes Ratsmitglied. Er ist lange dabei und kennt die Entwicklung der ehemaligen Vorzeigestraße der Grenzkommune. Baumann-Matthäus gibt zu: „Wir haben bei dem Thema in den vergangenen Jahren auch ziemlich viel immer nur herum gedoktort.“

Damit soll jetzt Schluss sein. Externe Hilfe wird eingekauft. Das Unternehmen Exper Consult Wirtschaftsförderung & Investitionen präsentierte sich und seine Vorstellungen im Planungs- und Umweltausschuss. Das Büro hat seinen Sitz in Dortmund und nach eigener Darstellung schon einigen Kommunen aus der Krise geholfen. Die Fachleute hatten sich unter den drei angeschriebenen Planungsbüros durchgesetzt. Eins hatte abgesagt, weil es keine Kapazitäten hatte. Das zweite war zu teuer. So blieb Exper Consult, die aber voll überzeugt hätten, so die Verwaltung. Sie sollen jetzt, wie von Baumann-Matthäus gefordert, für den ganzheitlichen Überblick sorgen.

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Die Dortmunder müssen jedoch keine neue Expertise für die Entwicklung des Ortskerns entwickeln. Denn davon hat die Gemeinde bereits eine in der Schublade liegen. Auf Grundlage des vorhandenen Integrierten Handelskonzepts soll gearbeitet werden. Zu den Punkten in dem Exposé gehören unter anderem „Erarbeitung einer Entwicklungsstrategie für den Gemeindekern“ oder „Aktives Leerstands- und Flächenmanagement“. Probleme, die in Kranenburg nicht erst seit gestern bekannt sind. Die Hausbesitzer im Ortskern werden kontaktiert, um mit ihnen über ihre Ziele und Vorhaben zu sprechen. Wichtig ist, dass auch die Besitzer der Gebäude einbezogen werden, in deren Gebäude Leiharbeiter untergebracht sind. Die Fachleute aus Dortmund nennen sich Quartiersmanager. Sie sollen Ansprechpartner für alles sein, was im Ortskern verändert werden muss. Mitarbeiter des Unternehmens werden auf der Großen Straße ein Büro einrichten und sind dort für die Bürger erreichbar.

Mehr als zwei Seiten umfasst die Vorlage der Gemeindeverwaltung. In der steht detailliert, was zu den Aufgaben des Fachbüros gehört. In der Theorie sollen sich möglichst viele Bürger an einen Tisch setzen und an der Entwicklung von Lösungen beteiligen. Dabei geht es für die Dortmunder lediglich darum, das Verfahren zu moderieren. Wie es in der Vorlage der Verwaltung heißt. Angesichts der zu bearbeiteten Themen kein leichtes Unterfangen. So liegen etwa die Einzelinteressen der Bewohner des Stadtkerns noch extrem weit auseinander. Allein die Verkehrsführung spaltet die Bewohner. Kommt es hier zu einer Einigung, muss in einem nächsten Schritt ein Fachplaner hinzugezogen werden, der dann das Ergebnis ausarbeitet.

Dass der Kern Kranenburgs hilfebedürftig ist, bestreitet niemand. Eine Blitzheilung wird es aber nicht geben. Die Umsetzung größerer Themen wird dauern. Die Rede ist hier von mehreren Jahren. Die Planer von Exper Consult haben die Politik mit ihrem Vortrag überzeugt. Die Mehrheit lobte das Referat von Geschäftsführer Markus Wessel. Der Zuschlag für den Auftrag scheint demnach nur noch Formsache. Der Vertrag würde zunächst über zwei Jahren laufen. Doch kann er darüber hinaus verlängert werden.

Bei dem Thema Schaffung von Bauplätzen in den Ortschaften herrschte Einigkeit. Sie werden gebraucht und sollen auch ausgewiesen werden. Auf der Suche nach Lücken für Bauflächen waren jetzt Frasselt und Schottheide Thema. In Schottheide wurde entlang der Ecke Schwarzwasser/Mitteldeich Platz für zehn bis 13 Bauplätze gefunden. Die Gemeinde hatte die Fläche zuvor gekauft, um die Nachfrage der vor Ort lebenden Bevölkerung zu decken. Für sechs Bauplätze liegen Bewerbungen vor.

Ebenso verhält es sich in Frasselt. Dort sollen an der Schrammstraße, von der Gocher Straße gesehen auf der linken Seite, Grundstücke entstehen. Vier bis fünf Flächen können hier ausgewiesen werden. Vier Bewerbungen liegen dafür vor. Die einzige Ortschaft, in der noch keine zusätzlichen Grundstücke ausgewiesen wurden, ist Zyfflich. Bauamtsleiter Andreas Hermsen erklärte, dass hier zwei Orte in Frage kämen. Der bessere Platz liegt bei der Gaststätte Polm. Das Grundstück gehört einer Erbengemeinschaft, was die Sache oft schwierig macht.