Kalkar: Planer wollen Kalkar umbauen

Kalkar: Planer wollen Kalkar umbauen

Fünf Millionen Euro kosten die Ideen, die Stadt attraktiver zu machen: weniger Parkplätze auf dem Markt, ein anderes Pflaster, eine neue Verkehrsführung. Nicht alle Bürger fanden das toll, stellte sich beim Stadtrundgang heraus.

Wie soll Kalkar in fünf oder zehn Jahren aussehen? Diese Frage stellen sich zurzeit Verwaltung, Politik und Bürger. Sie sind aufgefordert, ihre Ideen für das "Integrierte Handlungskonzept Innenstadt Kalkar" (IHK) einzubringen. Auch die Mitarbeiter zweier Planungsbüros haben sich Gedanken gemacht, wie man Kalkar lebenswerter machen könnte. Ihre Ergebnisse präsentierten sie nun im Rathaus und nahmen die Bürger mit auf einen Stadtrundgang.

Im Vorfeld hatten die Fachbüros Junker + Kruse sowie Runge IVP Kalkar genau unter die Lupe genommen. Das sind aus Sicht der Experten die Stärken der Stadt: ein attraktiver historischer Stadtkern, das Fachmarktzentrum in Zentrumsnähe und eine "relativ geringe Leerstandsquote in der Innenstadt", so Andreas Mayer von Junker + Kruse. Die Schwächen: eine hohe Verkehrsbelastung am Markt, die "falschen Bodenbeläge" am Markt, die Gestaltung der Hohe Straße, die mangelnde Vernetzung zwischen Innenstadt und Wallanlagen sowie die "Beschilderung des historischen Erbes - da ist noch Luft nach oben", erläuterte der Stadtplaner.

Hans-Rainer Runge vom gleichnamigen Ingenieurbüro hatte sich speziell mit dem Thema "Verkehr" befasst. Nach seinen Zählungen befahren täglich 20.000 Kfz den Stadtkern, 85 Prozent davon seien "Quell- und Zielverkehr", die Insassen seien also Einwohner, Beschäftigte oder Besucher. Die Altkalkarer Straße werde täglich von 7000 Fahrzeugen befahren, davon 90 Busse und 20 Lkw. Die Straße sei eine Engstelle. "Fußgänger quetschen sich entlang. Es gibt viele Konfliktezwischen Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern. Die hohen Borde sind eine Stolperfalle, gerade für Behinderte und Senioren ist das ganz schlecht", betont Runge. Außerdem bemängelte er, dass alle Buslinien über den Markt fahren. "Ich schlage vor, die Linien deutlich auszudünnen, etwa nur die 42 und 44 über den Markt fahren zu lassen. "Für Schüler gibt es auch andere Wege. Das Schulzentrum könnte von Süden angefahren werden", so Runge.

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Mit interessierten Bürgern ging es dann auf einen Stadtrundgang. Runge erläuterte dabei seine Vorschläge für den Markt: 20 Prozent weniger Parkplätze, Gehsteige aus Klinker, geschliffene Natursteine als Untergrund. Das traf nicht unbedingt den Geschmack aller Anwesenden. Gerade beim Thema Parkplätze scheiden sich die Geister. "Weniger Parkplätze auf dem Markt bedeutet weniger Kunden in den Geschäften", sagte ein Kalkarer. Eine Bürgerin fände einen autofreien Markt "optisch viel schöner". Runge schlug vor, den Verkehr teilweise anders zu führen, Einbahnstraßenregelungen einzuführen. Auf der Altkalkarer Straße würde er nur Schrittgeschwindigkeit erlauben.

Wenn alle ihre Vorschläge umgesetzt würden, so haben die Planungsbüros errechnet, würde das rund 5 Millionen Euro kosten. Im Idealfall würden davon 2,9 Millionen Euro gefördert, so Runge. Blieben für die Stadt 2,1 Millionen Euro.

(RP)