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Kleve: Piraten wollen in den Stadtrat

Kleve : Piraten wollen in den Stadtrat

Die Piratenpartei möchte auch in Kleve Fuß fassen. Regionale Themen wie Nightmover, Jugendparlament und die Reaktivierung der Bahnstrecke nach Nimwegen sollen das Programm bestimmen. Ziel ist der Einzug in den Stadtrat.

Der Kreis der Interessenten, der sich im Coffee House an der Hoffmannallee zusammengefunden hat, ist noch relativ klein an diesem Samstag Abend, zehn Stück haben sich getroffen. Ein orangefarbener Wimpel mit Parteilogo steht auf dem Tisch, Flyer liegen aus. Die restlichen Gäste nehmen nicht wirklich Notiz von ihnen, zumindest lassen sie es sich nicht anmerken. Noch spielen die Piraten in der Klever Stadtpolitik keine große Rolle, das soll sich nach dem Wunsch der Anwesenden aber bald ändern.

Steigende Mitgliederzahlen

"Wir haben fünf bis zehn Anfragen pro Tag", berichtet Ansgar Thüs, stellvertretender Vorsitzender der Piraten Kreis Kleve. Stand Samstag Abend hat die Partei im Kreis 31 Mitglieder, mehr als hundert sind es mit den Kreisen Wesel und Viersen zusammen. Wenn man bis Weihnachten zwischen fünfzig und hundert Mitglieder im Kreis zählt, sei man sehr zufrieden.

Kleve soll dabei ein starkes Standbein werden. Die Themen, mit denen das gelingen soll, werden momentan noch ausgelotet. "Wir beschäftigen uns mit dem, was die Klever Bürger bewegt", sagt Thüs. "Je mehr Interessierte ihre eigenen Ideen und Vorschläge einbringen, desto breiter ist unser Programm gefächert."

Ein erstes Projekt soll sich an Kindergärten richten. "Auf viele Kinderlieder erheben Künstler durch die Gema Anspruch. Kindergärten müssen dann ganz genau Buch darüber führen, was sie abspielen und was sie zusammen mit den Kindern singen." Dort wollen die Piraten ansetzen. Bücher mit gemeinfreien Liedern, also mit Liedern, auf die die Gema keinen Anspruch erhebt, sollen bis Weihnachten kostenlos an alle Kindergärten im Kleverland verteilt werden.

Auch mit der Wirtschaft in Kleve hat man sich schon beschäftigt. "Es scheint manchmal so, dass Immobiliengeschäfte und Wirtschaftverträge in Kleve in einem sehr kleinen Kreis von Menschen hinter verschlossenen Türen verhandelt und beschlossen werden", sagt Christian Vervoorts, einer der Gründer des Stammtischs. "Dort fordern wir deutlich mehr Transparenz."

Offen für Zusammenarbeit

Auch an anderen Themen wie dem Nightmover 2.0, dem Jugendparlament und der Reaktivierung der Bahnstrecke nach Nimwegen arbeitet man schon. "Wir verschließen uns bei der Zusammenarbeit keiner anderen Partei, letztlich müssen die Ergebnisse stimmen", sagt Elmar Burke, Mitglied aus Bedburg Hau. Für die nächste Kommunalwahl haben die Piraten schon ein Ziel: Sie möchten in den Stadtrat, um mitbestimmen zu können.

(lukra)