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Kleve: Pia Fries Goltzius-Bilder für Paris

Kleve : Pia Fries Goltzius-Bilder für Paris

Die Goltzius-Fries-Ausstellung im Museum Kurhaus geht in die Endrunde: Noch bis Karneval sind die Bilder des Kupferstechers und der Malerin in Kleve zu sehen. Danach gehen Teile der Ausstellung ins Musee d'Art Moderne.

Ikarus fällt. Noch gut zwei Wochen trudelt der Himmelsstürmer in Kleve gen Erde. Dann endet die Goltzius-Ausstellung im Klever Museum Kurhaus, in deren Mitte die Auseinadersetzung zwischen Barock und Moderne, zwischen der Malerin Pia Fries und dem barocken Meister steht. Es ist eine faszinierende Schau zum 400. Todestag des großen Kupferstechers, dessen viele Striche so in den Körper der Menschen verliebt sind und jeden Muskel teils übertrieben herausarbeiten. Die Stiche des in Brüggen-Bracht geborenen und in Xanten aufgewachsenen Niederländers brachten im 17. Jahrhundert große Kunst zu den Bürgern, erzählten von den Geschichten aus der Antike, von den Heiligenlegenden, zeigte die Göttinnen, die Schönen, die Nackten und die Starken.

Pia Fries hingegen löst die Figuren auf, sie sind nur noch wie ein Schatten, wie Netzwerk oder wie eine Gravur in ihren Werke zu Goltzius zu sehen. Für die jüngst mit dem Altenbourg-Preis für Malerei ausgezeichnete Schweizerin steht die abstrakte Bewegung im Mittelpunkt- auf den großen Gemälden in der Wandelhalle und der Pinakothek des Kurhauses ebenso, wie auf ihren übermalten Drucken. Da ist nicht der trudelnde Muskelprotz Ikarus die Hauptsache, sondern die fühlbare Körperlichkeit der Bewegung, die Fries in großen Farbschwüngen aufs Blatt bringt.

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Jetzt sollen Teile der Fries-Bilder aus dem Museum Kurhaus nach Paris ins Musee d'Art Moderne gehen, sagt Valentina Vlasic, die die Ausstellung in Kleve kuratiert hat. "Wer nicht nach Paris fahren möchte, um die Bilder aus dem Goltzius-Zyklus von Pia Fries sehen zu können, der sollte noch bis zum 11. Februar zu uns ins Museum Kurhaus kommen", sagte die Klever Kuratorin gestern und wirbt damit zugleich für die Ausstellung. Jüngst habe Julia Garimorth, Kuratorin des Musee d'Art Moderne in Paris, die Klever Ausstellung besucht. "Sie war total begeistert von dem, was wir gezeigt haben und wird große Teile der Fries-Bilder aus unserer Ausstellung im Anschluss in Frankreich zeigen", sagt Vlasic. Sie sollen dort, so Vlasic, ab 8. März zu sehen sein.

Im vergangenen Jahr haben in Kleve rund 5000 Besucher die Ausstellung gesehen, die sich für die barocken Stiche fast über das ganze Kurhotel und die Wandelhalle plus Pinakothek und Säulengalerie erstreckt. Am kommenden Donnerstag, 1. Februar, 14.30 Uhr ist noch einmal "Bilder-Streit" zu Goltzius und Ovid. Redner ist Ludger Kazmierczak

Im Anschluss an die Goltzius-Ausstellung, die nach Karneval abgebaut wird, steht das Klever Kurhaus wieder ganz im Zeichen von "Schule Kunst Museum". Es ist die 16. Ausstellung des größten Klever Bildungsnetzwerkes. Auch die Schüler, die die Ausstellungen im Museum besichtigt und sich damit auseinandergesetzt und eigene Arbeiten gemacht haben, haben sich größtenteils mit dem barocken Meister und der Schweizer Malerin befasst, freut sich Vlasic. "Schule - Kunst - Museum" ist am Samstag, 17. Februar, und am Sonntag, 18. Februar, zu sehen..

(mgr)