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Pflegefachmann Sebastian Zablocki in Kleve: „Das gibt mir unheimlich viel“

Angehender Pfleger : „Das gibt mir unheimlich viel“

Sebastian Zablocki absolviert eine Ausbildung zum Pflegefachmann. Nach sechs Monaten sagt der 21-Jährige: „Ich habe meinen Traumberuf gefunden.“ Warum eine Bankenlehre nichts für ihn war – und wie er die Corona-Zeit erlebt.

(RP) Eigentlich wollte er Bankkaufmann werden, doch nach nur einem Praktikumstag wusste er: „Das ist nichts für mich.“ Sebastian Zablocki sattelte um. Seit März 2020 ist der 21 Jahre alte Klever Auszubildender beim Caritasverband Kleve. Nach sechs Monaten sagt er nun: „Ich habe meinen Traumberuf gefunden.“

Sebastian Zablocki ist der erste Auszubildende beim Caritasverband Kleve, der dort die sogenannte Generalistische Pflegeausbildung absolviert. Das ist das neue, universelle Berufsbild, das die Bundesregierung Anfang des Jahres aufgestellt hat. Zuvor gab es drei verschiedene Berufsbilder in der Pflege – die des Altenpflegers, des Gesundheits- und Krankenpflegers sowie des Gesundheits- und Kinderkrankenpflegers. Die Generalistische Pfegeausbildung fasst diese und die fachlichen Schwerpunkte der jeweiligen Berufsbilder neuerdings in einer zusammen. Diese neue Ausbildung dauert drei Jahre und ist unterteilt in Theorie und Praxis.

„Der theoretische Unterricht findet bei unserem Kooperationspartner, die Berufsakademie für gesundheitliche Berufe in Kleve, statt. Sie hat bei den Bewerbern 50 Prozent Mitspracherecht. Die Praxisausbildung erfolgt in verschiedenen Einrichtungen“, sagt Anne Huth, die beim Caritasverband Kleve die Ausbildung in der Pflege koordiniert. So ist es auch bei Sebastian Zablocki geregelt, seine drei Jahre sind komplett durchgetaktet. Zwei Monate Blockunterricht zum Start, danach zwei Monate Orientierungseinsatz in der Mobilen Pflege. Es folgt ein Monat Unterricht und danach wieder ein Monat praktische Ausbildung. Soweit der Plan. Doch der Start war alles, nur nicht einfach.

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Grund dafür war die Corona-Pandemie. Sie hat dafür gesorgt, dass nach nur zwei Wochen Unterricht alle Schüler wieder nach Hause geschickt wurden. Homeschooling, wie an jeder anderen Schule auch. „Das war kein schöner Start“, sagt Zablocki. Und auch die theoretische Ausbildung habe sich seitdem sehr verändert. „Maske, Handschuhe und Desinfektionsmittel gehörten zwar schon vor COVID-19 zu unseren Arbeitsmitteln, aber gewiss nicht in diesen Mengen“, sagt Thomas Johannes. Er ist der Leiter der Mobilen Pflege in Kleve. Er war es auch, der Sebastian Zablocki nach seinem Wirtschaftsabitur am Berufskolleg Kleve und seinem abgebrochenen Praktikum bei einer Bank auf den Beruf des Pflegefachmannes beim Caritasverband Kleve aufmerksam gemacht hat. Heute sagt er: „Sebastian Zablocki ist ein richtiger Glückfall.“

Warum? Weil er gerne mit Menschen arbeitet. „Es macht mir Spaß, älteren Menschen zu helfen. Das Gefühl, etwas für sie zu tun, gibt mir unheimlich viel“, sagt Zablocki. Und damit ist nicht nur die reine Pflege, sondern auch die Kommunikation zwischen Pfleger und Patient gemeint. „Viele Klienten pflegen wir über Jahre, für sie sind wir oft der letzte Kontakt zur Außenwelt. Sie wollen von uns wissen, was in den Nachrichten läuft, wer die Champions League gewonnen hat“, sagt Johannes. Wissen, was der Patient möchte, könne Zablocki sehr gut.

Nicht umsonst ist er für viele der „Justin Bieber von Kleve“.

(RP)