Kleve/Rees: "Pepelapapp" für kleine Sportler

Kleve/Rees : "Pepelapapp" für kleine Sportler

Kim Helmes verbringt viel Zeit an der Nähmaschine, um damit bequeme Sport- und Funktionskleidung für Kinder herzustellen. Am Sonntag gehört sie zu den zahlreichen Kreativ-Ausstellern des Haffener Frühlingsmarktes.

Kim Helmes entdeckte eine Marktlücke in der Marktlücke: Als festangestellte "fitdankbaby"-Trainerin leitet sie in der Reeser Praxis "Osteopathie heute" Sportkurse für Mütter und deren neugeborene Babys. Mehr als 170 Frauen haben sich seit Januar für dieses neue Angebot angemeldet. Doch mit jeder Trainingseinheit bemerkte Kim Helmes, dass es kaum bequeme Sportkleidung für die allerkleinsten Turner gibt. Diese Lücke füllt sie jetzt mit ihrem eigenen Label aus: "Pepelapapp Design" bietet kunterbunte Funktionskleidung wie Pumphosen und Röckchen, die in reiner Handarbeit entstehen und sich deshalb auch für das erlesene Warensortiment auf dem Frühlingsmarkt in der Haffener Schützenhalle am kommenden Sonntag qualifiziert haben.

Wer sieht und hört, wie Kim Helmes strahlt und spricht, merkt sofort, dass die 27-Jährige aus Kleve ihren Traumberuf gefunden hat. Einst arbeitete die ausgebildete Krankenschwester im aufreibenden Schichtdienst, bis gesundheitliche Probleme sie zum Umdenken zwangen. Sie ließ sich zur Trainerin für die patentierten "fitdankbaby"-Programme ausbilden und fand in Saskia Klinke, die seit 2013 eine Ostheopathie-Praxis im RBU-Gebäude an der Empeler Straße betreibt, eine begeisterte Mitstreiterin und neue Arbeitgeberin.

Seit Januar betreiben Mütter mit ihren Kindern ab drei Monaten Fitness, nicht nur in der Praxis, sondern auch an der Reeser Rheinpromenade oder im Schwimmbad des Hauses Freudenberg in Bedburg-Hau. Neuere Programme richten sich an Frauen ab der 14. Schwangerschaftswoche oder an junge Mütter mit Kindern bis zweieinhalb Jahren. Ein "Papa Special" ist in Planung, im Erfolgsfall soll ein "Oma Special" folgen. Nach den Sommerferien werden einzelne Programme auch in Emmerich angeboten.

Durch Kurse und Fortbildungen verbringt Kim Helmes jetzt so viel Zeit mit den Kleinsten, dass sie ein feines Gespür für deren Vorlieben und Nöte entwickeln konnte. Also nähte sie nach eigenen Entwürfen erste Pumphosen aus elastischem Jersey-Stoff. Die Nachfrage wurde immer größer, so dass schon bald bunte Meterware bei Stoffhändlern bestellt werden musste und an Wochenenden verarbeitet wurde. "Ich verbringe 15 bis 20 Stunden pro Woche an der Nähmaschine", sagt Kim Helmes und sieht darin einen gewissen Vorteil: "Seit ich stoffsüchtig bin, kaufe ich weniger Schuhe."

Ihr Labrador Pepe, den sie aus einer Tierschutzstation in Spanien hat, stand Pate für den Namen des neuen Labels: "Pepelapapp Design". Auf der gleichnamigen Facebook-Seite stellt Kim Helmes neue Designs vor, Interessenten können online aus allerlei Stoffen und Entwürfen wählen. Auf den großen Reibach ist die Jungunternehmerin nicht aus: "Es soll ein Hobby bleiben. Ich nähe gern und bin froh, wenn es jemand trägt." So sind mit den 29,90 Euro, die sie für eine Kombination aus Pumphose, Halstuch und Mütze verlangt, meist nur Material- und Transportkosten gedeckt. Gehäkelte Turnschuhe, die Kindern in den ersten sechs Monaten ihres Lebens passen und 15 Euro kosten, wirken angesichts einer Arbeitszeit von sechs bis sieben Handarbeitsstunden fast geschenkt.

Auf Wunsch kann die anschmiegsame Kleidung bereits für Frühchen genäht werden. Die übliche Angebotspalette, die auch am Sonntag von 10.30 bis 17 Uhr in Haffen verkauft wird, richtet sich an Neugeborene, Babys und Kleinkinder bis zu einer Kleidergröße von maximal 122. "Alles darüber hinaus würde zu hohe Kosten für die Stoffmenge verursachen", sagt Kim Hensel.

Trotz aller Versuche, traditionelle Farbklischees zu durchbrechen, sind Altrosa und Aprikot weiterhin die Renner für Mädchen, während für Jungs Königsblau und maritime Muster mit Ankern und Schiffen gekauft werden. Beliebte Disney-Figuren oder "Star Wars"-Helden darf "Pepelapapp Design" nicht vernähen: "Disney vergibt die Lizenzen nur für den Privatverbrauch", erklärt Kim Helmes. Dafür hat sie aber Biene Maja, den kleinen Tiger oder den kleinen Maulwurf im Angebot.

Kim Helmes freut sich darauf, auf dem Haffener Frühlingsmarkt Stammkunden und neue Interessenten zu treffen. Danach dürfte die Nähmaschine in der Klever Oberstadt wieder durchgehend rattern. "Mein Freund ist Taucher und an den Wochenenden sowieso unterwegs", lacht Kim Helmes. Das bedeutet also: viel Zeit für neue "Pepelapapp"-Pumphosen.

Kreativ-Markt und Oldtimertreffen, Sonntag, 26. März, 10.30 bis 17 Uhr, Schützenhalle Haffen, Velthuysenstraße.

(RP)