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Niederrhein: Pendeln wird preiswerter

Niederrhein : Pendeln wird preiswerter

Ab Anfang des neuen Jahres gelten neue Tarife im öffentlichen Personennahverkehr. Durch den Zusammenschluss der Verbünde VRR und VGN wird für die meisten Menschen die Fahrt zur Arbeit preiswerter. Zusatztickets entfallen.

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) stellte gestern in Duisburg die neuen Strukuren und Tarife vor, die sich durch den Zusammenschluss mit der Verkehrsgemeinschaft Niederrhein (VGN) ab dem 1. Januar 2012 ergeben. Für die meisten Berufspendler unter den 8,1 Millionen Bürger, die im größer gewordenen VRR-Gebiet wohnen (es reicht künftig von der niederländischen Grenze bis hinter Dortmund und bis kurz vor Köln und Aachen), wird die tägliche Fahrt zur Arbeit preiswerter.

Beispiel: Wer in Emmerich wohnt und in Düsseldorf arbeitet, zahlt künftig für das Monatsticket 237 Euro, derzeit 257,80 Euro.

Beispiel: Ein Einzelticket von Kleve nach Düsseldorf kostet künftig 15,10 statt heute 16,60 Euro.

Zu den Benachteiligten gehören Nahverkehrskunden aus Wesel. Heute zahlen sie für ein Einzelticket nach Düsseldorf 11,90 Euro, künftig werden es 15,10 Euro sein. Kaufen sie sich ein Monatsticket, müssen sie ab Januar 237 Euro auf den Tisch legen, derzeit noch 230,90 Euro.

Die bislang im VRR bekannte Preisstufeneinteilung A bis D wird im VGN-Gebiet übernommen. Wer sich ein Ticket der Kategorie D kauft, muss sich entscheiden, ob er in der Region Nord oder Süd fahren will. Der Nordbereich umfasst den Kreis Kleve sowie Duisburg-nahe Städte aus dem Kreis Wesel wie Moers, Dinslaken und Schermbeck. Sie bilden gleichzeitig die nördliche Grenze des Südbereiches, der bis an die Gebiete der Verkehrsverbunde rund um die Städte Köln und Aachen reicht.

  • Kreis Kleve : VRR-Gebiet wird um die Region Niederrhein erweitert
  • Niederrhein : Weniger Zusatztickets nötig: VRR vereinfacht Tarifsystem
  • Das Logo des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr an
    Nahverkehr : VRR rechnet kilometergenau ab

Wer im Norden un Süden unterwegs sein will, für den ist die Tarifgruppe E (s.Info). Wie die VRR-Fahrgäste schon heute, so können auch die jetzigen VGN-Abokunden ab 1. Januar Sonderangebote nutzen wie zum Beispiel:

Aboticket 2000 (Preisstufe E 205,28 bzw. Preisstufe D 126 Euro),

das Ticket 1000 (227 Euro bzw. 140,80 Euro)),

das Bärenticket für Senioren (89,90 bzw. 64,90 Euro)

das Schokoticket für Schüler (zwischen Null und 98,77 Euro, je nach Anspruchsberechtigung und Schulträgeranteil).

"Für 80 Prozent unserer Kunden wird es preiswerter", sagte gestern Dr. Karl Vorgang, Vorstand des VRR. Nach seiner Einschätzung haben es vor allem die Fahrgäste, die heute in den Gebieten (VRR und VGN) unterwegs sind, ab Januar deutlich einfacher. "Bislang müssen sie ein Ticket und ein Zusatzticket kaufen, künftig nur noch eins."

Große Erwartungen setzen auch die Duisburger Verkehrsbetriebe in die Neureglung: "Der gemeinsame Tarifraum ist ein bedeutender Schritt für unsere Kunden, weil Fahrten im Übergang zwischen Duisburg und dem Niederrhein einfacher werden", sagte José Luis Castillo, Leiter Kundenmanagement der DVG.

Von den rund 200 000 täglichen Fahrgästen kommen immerhin rund 20 000, also zehn Prozent, vom Niederrhein.

(RP/jul)