Paul Schoemakers übergibt Metallbauunternehmen in Nütterden

Betriebsübergabe : Hammereisen-Pioniere machen Schluss

Der Metallbaubetrieb von Paul Schoemakers war die erste Firma im Gewerbegebiet – als es dort noch keine Straße und kein Telefon gab. Nun hat der 81-Jährige seinen Betrieb in fremde Hände gegeben.

Paul Schoemakers lebt für die Arbeit. Und das auch noch mit 81 Jahren. Der Metallbaumeister ist noch immer auf Montage unterwegs. „Ich habe noch Urlaub aus dem Jahr 1976 nachzuholen“, sagt er scherzhaft. Nun aber ist für die Legende des Gewerbegebiets Hammereisen Schluss. Er hat seinen Betrieb in fremde Hände weitergegeben. „Diesen Schritt habe ich schon häufiger überdacht. Nun ist es an der Zeit gewesen, ihn zu gehen. Ich sehe das mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagt Schoemakers.

Vor einem halben Jahrhundert waren er und seine Frau Dora die Pioniere im Gewerbegebiet Hammereisen. „Vor 50 Jahren gab es hier nur Kartoffelacker. Es gab noch keine befestigte Straße und keinen Telefonanschluss. Das musste alles erst noch kommen“, sagt die 77-jährige Dora Schoemakers. Das aber hielt das Ehepaar nicht von der Ansiedlung ab. Immerhin habe sie die Gemeinde Kranenburg ausdrücklich dazu angeregt, sich im Hammereisen niederzulassen, erklären die Eheleute. 1965 hatte der Kranenburger seinen Meisterbrief in Empfang genommen, einige Jahre darauf sollte die Selbständigkeit folgen. „Im Hammereisen haben wir dann unsere Heimat gefunden“, sagt er. Neben dem Metallbaubetrieb bauten die Schoemakers ihr Eigenheim, dort werden sie auch nach dem Ende ihrer Ära als Geschäftsleute wohnen.

Der Betrieb entwickelte sich im Lauf der Jahrzehnte beinahe analog zum Gewerbegebiet kontinuierlich. Als Zwei-Mann-Firma gestartet, indem er sich um die Montage und sie sich um die bürokratische Arbeit am Schreibtisch kümmerte, beschäftigte Schoemakers zwischenzeitlich bis zu acht Mitarbeiter. 1980 bauten sie ihr Werk nochmals deutlich aus, im Akkord wurde gelötet, geschweißt und gehämmert. „Wir haben auch damals alles in Eigenleistung aufgebaut. Das wäre heute wohl undenkbar“, sagt der Metallbaumeister. Um seinen Betrieb herum siedelten sich stetig mehr Firmen an, mittlerweile sind es einige Dutzend. „Der Hammereisen wurde immer größer. Und trotzdem sind wir hier eine echte Gemeinschaft geblieben. Man tauscht sich viel aus und hilft einander immer“, sagt Dora Schoemakers. So brauche ihr Mann regelmäßig einen Gabelstapler im Betrieb, selbst aber besitzen sie keinen. Doch im Hammereisen sei das kein Problem: „Da fragt man einfach den Nachbarn eben, ob er aushelfen kann.“

Das 50-jährige Wirken von Paul Schoemakers prägt bis heute die hiesigen Innenstädte. Zahlreiche Aluminium-Fassaden von Schaufenstern seien von ihm gefertigt worden, im Laufe der Jahrzehnte sind große Handwerksbetriebe und Messebaufirmen zu seinen Kunden geworden. Sein Erfolgsrezept: Qualität. „Wenn ich etwas anfertige, dann muss es genau passen. Da werde ich auch schonmal ein wenig nervös und frage mich: Habe ich denn wirklich richtig gemessen?“, sagt Paul Schoemakers. Seine Frau kennt die Tage genau, in denen das Werk wochenlanger Arbeit vor der Vollendung steht. „Dann spricht man ihn besser nicht an“, sagt sie. Beinahe immer aber hätten seine Berechnungen gestimmt, Beschwerden von Kunden habe es nie gegeben. Zudem habe er bei seinen Auftraggebern immer im Wort gestanden und sich an Absprachen gehalten. „Bevor die Arbeit nicht perfekt erledigt war, habe ich mich nie verabschiedet“, sagt das CDU-Mitglied.

Nun aber wolle er einen Schlussstrich unter die eigene Firma setzen. Für die Werkstatt haben die Eheleute einen neuen Pächter gefunden, den „Metallbaubetrieb Schoemakers“ wird es künftig nicht mehr geben. Im Hammereisen aber wird das Paar weiter präsent bleiben. „Ich werde meinem Nachfolger und dem gesamten Gewerbegebiet weiterhin beratend zur Seite stehen“, sagt Paul Schoemakers.

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