Kreis Kleve: Pauken fürs begehrte Sprachzertifikat

Kreis Kleve : Pauken fürs begehrte Sprachzertifikat

Für fast jede Sprache gibt es inzwischen ein Sprachdiplom. Viele Universitäten und Firmen verlangen von ihren Bewerbern das Zertifikat als Nachweis der Sprachkenntnisse. Lea Sophie Petzolt hat sich der Herausforderung gestellt.

Unzählige Stunden Vokabeln pauken liegen hinter der Straelenerin Lea Sophie Petzolt — all der Aufwand, um endlich das ersehnte Zertifikat 'DELF' (Diplôme d'Etudes en langue française) für die französische Sprache in der Hand zu halten. Lea Sophie hofft nun, dass ihr Sprachzertifikat in der Zukunft bei der Suche nach einem Arbeitsplatz helfen wird. Michael Niehl kann sie beruhigen: "Durch die Globalisierung werden andere Sprachen immer wichtiger auf dem Arbeitsmarkt", weiß der Pressesprecher der Agentur für Arbeit in Wesel, "dennoch kommt es immer auf die Branche und das Unternehmen an, bei dem man sich bewirbt."

Firmen in der Tourismusbranche und international agierende Unternehmen achten häufig und intensiv auf die Sprachkenntnisse der Bewerber und dort bringt ein Sprachzertifikat sicherlich den ein oder anderen Bonuspunkt ein. "Eine sichere Jobgarantie ist ein Zertifikat natürlich nicht, doch es wirkt sich bestimmt nicht negativ aus", so Niehl. Lea-Sophie Petzolt geht in die Einführungsphase am Gymnasium in Straelen. Ihr DELF-Diplom machte sie auf dem Niveau A2 — es bescheinigt ihr fortgeschrittene Fähigkeiten. "Das Zertifikat habe ich gemacht, da meine damalige Französischlehrerin uns den Sinn und Nutzen dieses Zertifikats für zukünftige Bewerbungen erklärt hat und ich Verwandte in Frankreich habe, mit denen ich mich besser verständigen können möchte", erklärt Lea-Sophie. "Durch den Vorbereitungskurs für die Prüfung habe ich mich in Französisch zudem deutlich verbessert."

Zu Beginn der Oberstufe im vergangenen Sommer hat sich Lea Sophie für einen Schwerpunkt in Sprachen entschieden und möchte nun auch noch das englische Cambridge Certificate machen. Inzwischen gibt es immer vielfältigere Möglichkeiten, seine Sprachkompetenz schriftlich nachzuweisen: Die begehrten Zertifikate werden an verschiedenen Institutionen angeboten aber auch an Schulen und Volkshochschulen. Ob das 'Cambridge Certificate' im Englischen, 'DELF' im Französischen, 'CNaVT' (Certificaat Nederlands als Vreemde Taal) im Niederländischen oder DELE (Diplomas de Español como Lengua Extranjera) im Spanischen — Sprachkompetenzen spielen bei Bewerbungen häufig eine Rolle.

Marion van Huet unterrichtet am Straelener Gymnasium Niederländisch und weiß aus Erfahrung, dass sich viele ehemalige Schüler aufgrund der hervorragenden Studienbedingungen für ein Studium in den Niederlanden entschieden haben. "Dort ist ein Nachweis über bestehende Sprachkenntnisse inzwischen Voraussetzung. Das CNaVT bescheinigt fundierte Sprachkenntnisse sowie die Befähigung, ein Studium in der Fremdsprache meistern zu können", erklärt die Straelenerin.

Auch in Unternehmen kommt es auf gute Sprachkenntnisse der Bewerber an. Besonders international agierende Firmen bauen auf die Sprachkenntnisse ihrer Bewerber. "Wir arbeiten als Spedition im Güterkraftverkehr", erklärt André Sievert von der Spedition Sievert in Kleve, "doch unser Gebiet liegt eher in Deutschland und kurz hinter den Grenzen der BeNeLux-Länder, daher setzen wir keine besonderen Sprachkenntnisse voraus." Die Fahrer können sich dort auch mit den Bruchstücken der Sprachen verständigen. Doch Sievert ist sicher: "Würde unser Einzugsgebiet weiter in andere Länder reichen, wären Fremdsprachenkenntnisse und auch ausgestellte Zertifikate bei einer Bewerbung sicherlich von Vorteil."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Welche Fremdsprache würdest Du gerne sprechen können?

(RP)
Mehr von RP ONLINE