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Pastor Alois van Doornick von Heilig Geist Kalkar über die Fastenzeit 2020

Zum Sonntag : Lasst euch mit Gott versöhnen!

Der Leitende Pfarrer von Heilig Geist Kalkar, Pastor Alois van Doornick, über die ganz andere Fastenzeit in diesen Tagen. Sie bringe uns nicht nur familiärer zusammen, sondern vertieft auch die Beziehung zwischen Mensch und Gott.

Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade“, meint Paulus: „Lasst euch mit Gott versöhnen!“ Die nun ganz andere Fastenzeit ist auf neue Weise Festigungszeit und entschleunigte Vertiefungszeit in Sachen Gottes- und Menschenbeziehungen. Eine viel größere Herzlichkeit ist jetzt unter den Menschen. Ein Gespür für das Wesentliche. Vielleicht finden Sie in den deutlich verstärkt angebotenen medialen Gottesdiensthilfen einen in diesem Jahr anderen Weg, tiefe Nähe zu leben zu Christus: Er geht für seine Menschen mit sehr großer Passion den Kreuzweg. Diese Fastenzeit 2020 bringt uns „versöhnlich“ familiärer zusammen, mit unseren Leuten und mit Gott.

Wer Christus sich fester verbindet, wird nach sieben Wochen Fastenzeit „Fest“-tage feiern, weil er ver-„söhnt“ ist mit Gott, seine Beziehungen zu Menschen geordnet hat und die negativen Lebensanteile in sich vor Gott Punkt für Punkt ausgesprochen hat. Das Wort „Sohn“ steckt in der Versöhnung. Die vielen über öffentliche Medien präsentierten Impulse dieser Tage suchen diese Verbindung aufzufrischen: Mit Christus sind wir als Söhne und Töchter Gottes seine richtigen Familienmitglieder!

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Die Gestalten am Kreuzweg Jesu, so hat mir jemand das kürzlich verdeutlicht, sind uns da eine große Hilfe. Ich schaue in der Bibel nicht gern nach „Geboten“, sondern auf Menschen, auf konkrete Biographien. Und die sind damals nicht besser als heute. Die Bibel zeigt uns zum Glück eben nicht fertige, heilige Menschen. Judas, der eigentlich sozial dachte, hat den Weg zu Jesus nicht gefunden. Es gibt ein Relief, wo Jesus den erhängten Judas auf seine Schultern als guter Hirte nach Hause trägt. Petrus, der drei Mal sich fies herausgehalten hat, wird doch von Jesus akzeptiert und in Leitungsfunktion gesetzt. Simon von Cyrene muss auf dem Kreuzweg zwar eher gezwungen werden, das Kreuz Jesu mit zu tragen, macht aber dann seine positiven Erfahrungen. Veronika kommt über die spontane Hilfsbereitschaft und geht dann weg mit einem neuen Bild von ihm, das sich ihr einprägt. Die lamentierenden Frauen am Weg bekommen neue Perspektiven gesagt mit guten Gedanken für die Zukunft der Kinder. Der Hauptmann ist so gläubig nicht und sagt doch: „Dieser ist Gottes Sohn!“ Johannes ist der einzige, der es bis zum Kreuz geschafft hat und wird dann „versöhnt“ und von Jesus selbst als fürsorgepflichtiger „Sohn“ Marias eingesetzt. Maria wird zum Trost auf die Jünger-Gemeinschaft verwiesen. Der Schächer wird im letzten Moment sogar noch auf die Paradiesesspur gesetzt. Ein Pharisäer ist doch heimlicher Anhänger und organisiert die Beerdigung. Mutige Frauen (Wo waren die Männer?) werden vor den Jüngern Auferstehungszeugen.

Wie gesagt: Die Gemeinschaft mit dem Sohn sollte uns reizen, persönlich die Ver-„söhn“-ung und herzliche Verbindung in diesen Tagen zu suchen. Gott lässt mit sich reden. Gott hält sich aus Todeszonen nicht heraus. Der Sohn baut uns aus gutem Holz eine Brücke zum Himmel. Sein Geist will mich inspirieren. So sind wir Ostern beim Fest fest zusammen mit dem Gott für die Menschen.