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Kleve: "Papa Heuss" besuchte 1957 Kalkar und Kleve

Kleve : "Papa Heuss" besuchte 1957 Kalkar und Kleve

Bundespräsident Joachim Gauck, der am 13. Mai Kleve besucht, ist nicht das erste Staatsoberhaupt in der Schwanenstadt. Vor 57 Jahren machte Theodor Heuss einen überraschenden Abstecher an den Niederrhein.

Dass Bundespräsident Joachim Gauck am 13. Mai Kleve einen vierstündigen Besuch abstattet, war in den vergangenen Tagen beherrschendes Thema in der Schwanenstadt. Allerdings handelt es sich nicht, wie allgemein angenommen, um den ersten offiziellen Auftritt eines Staatsoberhauptes in der Kreisstadt seit Kaiser Wilhelm II. im Jahre 1909. Was kaum noch bekannt sein dürfte: Am 18. Juli 1957 war Theodor Heuss, erster Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, überraschend am Niederrhein zu Gast und machte dabei Abstecher nach Kalkar und Kleve. Benedikta Asdonk, Tochter des früheren Bürgermeisters Richard van de Loo, wusste zu berichten, dass ihr Vater als damaliges Stadtoberhaupt den Überraschungsbesuch an der Schwanenburg empfangen durfte.

Zuvor hatte "Papa Heuss", wie der humorvoll-väterliche erste Mann im Staat von der Bevölkerung liebevoll genannt wurde, den Xantener Dom besucht. Anschließend rollte die Limousine mit dem Kennzeichen "0 - 1" auf den Kalkarer Marktplatz, wo Heuss zunächst die Gastfreundschaft im Ratskeller erprobte. Im Beisein von Bürgermeister Hermann Theißen und Amtsdirektor Schild trug sich der hohe Gast in das goldene Buch der Stadt Kalkar ein. Im RP-Bericht hieß es 1957: "Der Bundespräsident erzählte mit sichtlichem Vergnügen eine Reihe von Anekdoten und manche Erinnerung aus seiner Jugendzeit, in der es ihn oft an den Niederrhein gezogen hat."

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Zum Abschluss besuchte Theodor Heuss die St.-Nikolai-Kirche mit ihren zahlreichen Kunstschätzen. In schneller Fahrt ging es dann nach Kleve, wo Bürgermeister Richard van de Loo den Bundespräsidenten an der Schwanenburg im Namen der Bürgerschaft begrüßte und über den Wiederaufbau des Wahrzeichens berichtete. "Die Unterhaltung - strömender Regen ging nieder - hatte einen herzlichen, fast privaten Charakter", berichtete die RP seinerzeit. Heuss ließ sein Skizzenbuch herbeischaffen und präsentierte auf der ersten Seite seiner Aufzeichnungen vom Niederrhein die Zeichnung eines Grabmales in der Stiftskirche. Richard van de Loo konnte dem Bundespräsidenten in diesem Zusammenhang sogleich mitteilen, dass man bald wieder in das Gotteshaus einziehen könne. "Es gab ein herzliches Händeschütteln, ein paar scherzhafte Bemerkungen und dann brausten die Wagen wieder davon", schrieb die RP.

 Theodor Heuss war passionierter Zigarrenraucher.
Theodor Heuss war passionierter Zigarrenraucher. Foto: Fritz Gettlinger

Übrigens war auch Bundespräsident Johannes Rau während seiner Amtszeit mal in Kleve. Allerdings war sein Besuch rein privater Natur. Er gratulierte seiner Parteifreundin Barbara Hendricks, heute Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau- und Reaktorsicherheit im Kabinett Merkel, im Hotel Cleve zum 50. Geburtstag.

(RP)