Kleve: Oscar Romero - ein Seliger berührt Kleve

Kleve : Oscar Romero - ein Seliger berührt Kleve

Am 24. März 1980 wurde der Märtyrer in El Salvador ermordet, Pfingstsamstag wird er selig gesprochen. Dann fiebern auch Schüler des Konrad-Adenauer-Gymnasiums mit. Sie verbindet seit 16 Jahren eine enge Freundschaft mit dem Land.

Seine Hingabe wurde ihm zum Verhängnis. Oscar Arnulfo Romero setzte sich als Erzbischof von El Salvador für die Armen und Unterdrückten ein. Er prangerte Repression und Unterdrückung im tief gespaltenen Land an. Am 24. März 1980 wurde der Befreiungstheologe von einem Attentäter während der Messe erschossen. Am Pfingstsamstag, 23. Mai, spricht Papst Franziskus Romero selig. "Für viele Menschen in El Salvador ist er eh schon ein Heiliger", sagt Bruno Janßen, Lehrer am Konrad-Adenauer-Gymnasium in Kellen. "Auch für uns hat der Tag eine besondere Bedeutung." Seit 16 Jahren pflegt die Schule eine intensive Partnerschaft mit der Schule Centro Escolar in Nueva Esperanza. "Romero genießt dort extrem hohes Ansehen, er ist eine Leitfigur für die Menschen im Ort", sagt Janßen.

Davon konnte er sich gemeinsam mit einer Gruppe Schüler überzeugen, als sie 2012 das Land besuchten. "Wir sind so herzlich empfangen worden, alles war Chaos, eine ganz andere Welt", sagt Sophia Brabetz, eine der Schülerinnen, die an der Reise teilgenommen haben. "Die Gemeinschaft hat uns sofort in ihren Kreis aufgenommen."

Sichtbarer Ausdruck der Verehrung Romeros ist auch eine großflächige Wandmalerei, die die Dorfkirche Nueva Esperanzas seit 2011 ziert.

Sie zeigt den Erzbischof als Vorbild der Menschen im Ort. Insgesamt vier Wochen dauerte die Reise der Klever Delegation damals. In der Hauptstadt El Salvadors, San Salvador, besuchten die sieben Schüler mit ihren Lehrern Bruno Janßen und Sebastian Thimm sowie mit der Schulsozialarbeiterin Larissa Burschinski auch die Romero-Gedenkstätte.

"Wirklich ein unvergessliches Erlebnis", meint Sophia Brabetz.

Pünktlich zur Seligsprechung war jetzt eine erneute Reise von KAG-Schülern in das südamerikanische Land geplant. Die dramatische Sicherheitslage machte den Klevern aber einen Strich durch die Rechnung. "Das Land ist in eine Gewaltspirale geraten, die sich im Zuge der Parlamentswahlen voll entladen hat", sagt Bruno Janßen. Die Reise wird verschoben. "Da sind auch Tränen geflossen, natürlich war das für alle Schüler traurig", sagt Janßen.

Aber auch ohne Reise haben sich die Klever intensiv mit El Salvador und der spanischen Sprache auseinandergesetzt. Und das in gleich mehreren Kursen und Arbeitsgemeinschaften. So zum Beispiel mit dem Wahlpflichtkurs "Para un futuro mejor" (für eine bessere Zukunft): Schüler beschäftigen sich dort mit der Person Romeros und der Theologie der Befreiung. Ursprünglich war er entwickelt worden, um die Schulpartnerschaft mit Leben zu füllen, zum konkreten Lerngegenstand zu machen. "Man lernt nicht nur die Sprache und dass Spanien ein tolles Land für den nächsten Urlaub ist, wie in vielen anderen Kursen", sagt Schüler Noah Sievernich. Erdkunde, Philosophie und Politik El Salvadors steht genauso auf dem Lehrplan wie die Situation der Menschenrechte oder Entwicklungshilfe in dem Land.

Die Ermordung Romeros hat viele Klever seinerzeit bestürzt. Am Jahrestag seines Todes wurde in der Unterstadtkirche ein Jahresamt abgehalten, initiiert von Pfarrer Fritz Leinung und Michael Rübo, hunderte Bürger nahmen teil. Wenn Papst Franziskus Oscar Arnulfo Romero am Samstag selig spricht, berührt das sicher auch wieder einige Niederrheiner. Schüler des Konrad-Adenauer-Gymnasiums ganz bestimmt. Dort wird eine ganz besondere Tradition und Freundschaft in Ehren gehalten.

(RP)
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