Kleve: Optimismus trotz Eigentore

Kleve: Optimismus trotz Eigentore

Bei der Mitgliederversammlung der CDU des Stadtverbandes Kleve wurde der Vorsitzende Jörg Cosar in seinem Amt bestätigt. Die bevorstehende Landtagswahl war der Schwerpunkt der Reden.

Die verhaltene Kritik, die Jörg Cosar zu Beginn der Mitgliederversammlung an seiner Partei übte, wirkte sich offenkundig nicht negativ auf seine Wiederwahl aus. Bei neun Gegenstimmen und drei Enthaltungen sorgten die 90 Ja-Stimmen dafür, dass Cosar erneut zum Vorsitzenden des CDU Stadtverbandes Kleve gewählt wurde (weitere Wahlergebnisse siehe Info).

"Unsere Partei hat ein Händchen für überflüssige Eigentore", hatte Cosar angesichts der jüngsten Schlagzeilen rund um Ministerpräsident Jürgen Rüttgers vor seiner Wahl noch bilanziert und damit ganz bewusst den Finger in die Wunde gelegt. Auch was das aktuell umstrittenste lokale Thema anging, die "Querspange" zwischen B9/Tiergartenstraße und Landwehr, bezog Cosar erneut deutlich Position. "Die Vorteile überwiegen die Nachteile, daher sind wir eindeutig dafür", so Cosar.

"Eine entscheidende Wahl"

Trotz lokaler Bezüge stand die Landtagswahl vom 9. Mai eindeutig im Mittelpunkt. Alle Redner, Bürgermeister Theo Brauer, der Kreisparteivorsitzende Dr. Günther Bergmann sowie der Parlamentarische Staatssekretär Manfred Palmen, waren sich in einig darin, dass dies eine "entscheidende Wahl" sei.

Und so peitschte Brauer die Mitglieder in gewohnter Manier ein. Er zählte die Erfolge seit dem Düsseldorfer Regierungswechsel vor fünf Jahren auf, lobte die hiesige Infrastrukturentwicklung ("Nordumgehung", "Tangenten – auch die umstrittenen") sowie die Finanzlage ("sind sehr gut sortiert") und sprach von der "Achse Kleve–Düsseldorf" als einer "kommunizierenden Röhre".

Bewusst auf die Euphoriebremse trat anschließend Bergmann. Auch die Kreis-CDU habe noch "viele Baustellen". Die Zahl der Mitglieder sinke und die Ortsverbände müssten wieder gestärkt werden, "um das starke Fundament, das uns auszeichnet, zu behalten", mahnte der Mann aus Kalkar. Palmen verband in seiner Rede beide Seiten. Als Erfolge verbuchte er unter anderem die "8000 zusätzlichen Lehrstellen", die die Regierung seit 2005 geschaffen habe und den "Rekord bei der Erwerbstätigkeit im Land". Lob gab es auch für die "wirtschaftliche Kompetenz" des Ministerpräsidenten Rüttgers – wobei er nicht die Sponsor-Affäre meinte. "Wenn die Sachpolitik wieder in den Vordergrund tritt, wird sich der Trend umkehren", sagte Palmen mit Blick auf den 9. Mai voraus.

Anschließend wurden zahlreiche Jubilare geehrt, darunter Bruno Perau für 60 Jahre Mitgliedschaft (Bericht folgt).

(RP)