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Kreis Kleve: Nostalgiker räumen altes "Diebels" leer

Kreis Kleve : Nostalgiker räumen altes "Diebels" leer

Vor dem anstehenden Umbau wurde die Einrichtung des "Diebels live" verkauft. Das Angebot reichte vom einfachen Glas bis zur Leuchtreklame. Der Erlös kommt einem guten Zweck in Issum zugute. Neueröffnung ist Ende August.

Bei der Eröffnung war er dabei, bei der letzten Feier auch, und gestern hat sich Helmut Ripkens noch eine ganz besondere Erinnerung an das ehemalige "Diebels live" gesichert. Eigentlich hatte er es auf ein signiertes Gladbach-Trikot abgesehen, nun aber steht er mit den Boxhandschuhen von Darius Michalczewski im Gewühl. "Hier habe ich viel erlebt und ich freue mich schon auf die Neueröffnung", sagt er und blickt sich um, während neben ihm gerade mit einem Schraubendreher ein Bild von der Wand montiert ist. Alles, was sich irgendwie bewegen lässt, scheint Käufer zu finden.

Davon gab es gestern jede Menge in Issum. So viele, dass Annett Kötting, die neue Pächterin, schon um 13 Uhr die Türen dicht machen musste und nur jemanden herein ließ, wenn ein anderer sich verabschiedete. Schnell hatten sich zwei lange Schlangen gebildet. Die eine drinnen an der Kasse, die andere draußen auf dem Bürgersteig. Die dort Wartenden hatten immerhin die Möglichkeit, sich mit einem Snack und einem Bier aus dem Hause Diebels die Zeit zu vertreiben.

Während vor der Türe immer mehr Menschen, angereist aus der ganzen Umgebung, in der Kälte bibberten, hatte sich Michael Nickesen aus Hommersum einen der begehrten "Bierhobel" zum Transport mehrerer Gläser gesichert. "Das ist ein Stück Geschichte". Neben professionellen Trödel-Händlern waren viele Nostalgiker gekommen.

Peter Kötting, Ehemann der Geschäftsführerin, verteilte eifrig Preisschilder, wenn sich Interessenten bei ihm meldeten. "Die Leute sagen mir, was ihnen ein Gegenstand wert ist, und dann gucke ich, ob das mit unseren Vorstellungen übereinstimmt", erklärte er. Die Einnahmen aus dem Verkauf fließen nicht in die Taschen der neuen Pächterin, sondern werden für einen guten Zweck gespendet. "Und zwar hier, in der Gemeinde Issum", betonte Kötting. Mit Bürgermeister Gerhard Kawaters stehe man schon im Kontakt.

Bei einigen Besuchern, die sich mit Gläsern, Barhockern oder auch den alten Leuchtreklamen in die Schlange an der Kasse stellten, schwang auch ein bisschen Wehmut mit. So manche Geschichte wurde noch einmal erzählt, die sich in den Räumen abgespielt hat. Nun steht eine — stellenweise auch dringend notwendige — Renovierung an. Ende August soll die Gastronomie dann wieder eröffnet werden, mit einem neuen Konzept. Die Erwartungen an die neue Pächterin sind hoch, auch das wird deutlich. Viele wollen nach der Neueröffnung wieder vorbeischauen. Einhellige Meinung: "Wir freuen uns schon."

(RP)